„Rolling Stone“
Cover mit mutmaßlichem Terroristen sorgt für Empörung

Darf eine Musikzeitschrift den mutmaßlichen Bombenleger des Boston-Marathons auf dem Titelbild zeigen? Das US-Magazin „Rolling Stone“ hat es gewagt - und damit eine Empörungs-Lawine losgetreten.
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WashingtonDie renommierte Musikzeitschrift „Rolling Stone“ löst mit ihrem August-Cover Empörung in den USA aus: Auf der Titelseite ist ein Bild des mutmaßlichen Bombenlegers des Boston-Marathons, Dschochar Zarnajew, zu sehen. Ansonsten ist dieser Platz für Popmusiker und Stars reserviert. „Was für eine Schande, einen Mörder wie einen Rockstar aussehen zu lassen“, schrieben aufgebrachte Leser auf die Facebook-Seite des Magazins. „Wer immer dachte, das sei eine gute Idee, sollte gefeuert werden“, lautete ein anderer der mehr als 15.000 meist negativen Kommentare.

„Warum wird diesem Kerl der Titel von 'Rolling Stone' gegeben?“, fragte Nutzer Shawn Anthony auf der Facebook-Seite des Magazins. „Macht keine Märtyrer aus diesen Leuten.“ Andere drohten mit der Kündigung ihrer Abonnements. Nutzer Tom Guerra schrieb, „Rolling Stone“ hätte besser dem bei dem Anschlag getöteten achtjährigen Jungen das Titelbild widmen sollen.

Das Musik-Magazin hatte sich in seiner Titelstory mit dem überlebenden Zarnajew-Bruder Dschochar und seinen mutmaßlichen Motiven beschäftigt. Das weichgezeichnete Titelfoto zeigt den 19-jährigen Zarnajew, wie er mit dunklen Locken, Kinnbart und einem melancholischen Gesichtsausdruck direkt in die Kamera blickt. Darunter steht die Schlagzeile: „Der Bomber. Wie ein beliebter, vielversprechender Student von seiner Familie im Stich gelassen wurde, dem radikalen Islam verfiel und zum Monster wurde.“ Für den Artikel hat „Rolling Stone“ mit Zarnajews Kindheits- und Jugendfreunden, Lehrern und anderen Wegbegleitern gesprochen. Bei dem Anschlag, den Zarnajew zusammen mit seinem Bruder Tamerlan begangen haben soll, waren im April drei Menschen getötet und über 200 weitere verletzt worden.

Die Handelsketten CVS und Tedeschi Food Shops reagierten mit einem Verkaufsboykott der „Rolling Stone“-Ausgabe. „Wir glauben, das ist die richtige Entscheidung aus Respekt für die Opfer und ihre Angehörigen“, erklärt CVS auf Facebook die Entscheidung, die Zeitschrift in den über 7000 Filialen nicht anzubieten. Die Zeitung „USA Today“ berichtete in ihrer Onlineausgabe, mehrere Geschäfte in der Gegend der Ostküstenmetropole wollten die am Freitag erscheinende aktuelle Ausgabe der Zeitschrift boykottieren. „Musik und Terrorismus vermischt man nicht,“ schreibt Tedeschi Food Shops auf Facebook.

Der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, nannte das Titelbild US-Medien zufolge „geschmacklos“. Bostons Bürgermeister Thomas Menino habe von einer Schande gesprochen und angekündigt, sich bei den „Rolling Stone“-Verlegern zu beschweren.

Die Chefredaktion des Magazins verteidigte sich: „Die Tatsache, dass Dschochar Zarnajew jung und in der selben Altersgruppe wie die meisten unserer Leser ist, macht es für uns umso wichtiger, über die Vielschichtigkeit des Themas zu berichten und ein komplettes Bild zu erhalten, wie eine solche Tragödie geschieht,“ heißt es in einem Statement der Zeitschrift.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Eine nette kleine Empörung die von dem Zorn ablenkt der eigentlich in Folge von Manning und Snoweden durch die Bevölkerung wallen sollte. Nette Ablenkung...

  • Darf sie? Sie muß! Es ist eine Möglichkeit den Gewinn zu steigern. Was sie nicht darf, ist ihre Anteilseigner um den möglichen Gewinn betrügen!

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