Rom-Reise kurzfristig verschoben

Limburger Bischof legt Zukunft in Hände des Papstes

Angesichts massiver Kritik lässt der Limburger Bischof den Papst über sein Schicksal entscheiden. In den nächsten Tagen will Tebartz-van Elst nach Rom reisen. Von Rücktritt ist aber keine Rede. Dafür in einem Medienbericht von weiter explodierenden Kosten.
Update: 12.10.2013 - 23:22 Uhr 72 Kommentare
Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg, droht ein Strafbefehl wegen Falschaussage. Quelle: dpa

Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg, droht ein Strafbefehl wegen Falschaussage.

(Foto: dpa)

LimburgDer heftig umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst legt seine Zukunft im Bistum Limburg in die Hände von Papst Franziskus. „Der Bischof ist betroffen über die Eskalation der aktuellen Diskussion. Er sieht und bedauert, dass viele Gläubige im Bistum und darüber hinaus unter der gegenwärtigen Situation leiden“, hieß es in einem Schreiben des Bistums vom Samstag. Es sei für den Bischof selbstverständlich, „dass die Entscheidung über seinen bischöflichen Dienst in Limburg in den Händen des Heiligen Vaters liegt, von dem er in die Diözese gesandt wurde“.

Ein Bistumssprecher betonte am Abend, dies sei kein Angebot zum Rücktritt des Bischofs, sondern eine „neutrale Aussage“. Der Bischof wolle im Vatikan die Situation darstellen. „Daraus wird eine Entscheidung entstehen“, betonte der Sprecher. Ein Bischof der römisch-katholischen Kirche kann nicht selbst zurücktreten, laut Kirchenrecht kann er dem Papst aber seinen Amtsverzicht anbieten. Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen, zudem hat die Hamburger Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen falscher Versicherung an Eides Statt beantragt.

Angesichts des massiven öffentlichen Drucks wegen seiner Amtsführung reise Tebartz-van Elst „im Laufe der Woche“ nach Rom, sagte sein Sprecher. Wann genau dies geschehe, sei ihm nicht bekannt. Zuvor hatte es ein Verwirrspiel um die erwartete Vatikan-Reise gegeben. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) berichtete vorab, der Bischof fliege bereits am Samstag nach Rom. Dies dementierte sein Sprecher nicht. Am Flughafen warteten Journalisten und Kamerateams dann aber vergeblich.

Mit der Rom-Reise am Samstag wolle der Limburger Bischof dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zuvorkommen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Zollitsch reist an diesem Montag nach Rom, wo er im Vatikan zunächst Gespräche mit der Kurie führen will. Voraussichtlich am Donnerstag möchte er dann mit Papst Franziskus über die Situation im Bistum Limburg sprechen.

Zollitsch hält die Lage für untragbar, nachdem die Baukosten für die Residenz des Bischofs auf 31 Millionen Euro in die Höhe geschnellt sind und die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Versicherungen gegen Tebartz-van Elst beantragt hat. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat sich mehrfach öffentlich vom Gebaren des Limburger Bischofs distanziert.

Gesamtkosten womöglich noch höher als 31 Millionen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Rom-Reise kurzfristig verschoben - Limburger Bischof legt Zukunft in Hände des Papstes

72 Kommentare zu "Rom-Reise kurzfristig verschoben: Limburger Bischof legt Zukunft in Hände des Papstes"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jo, ist klar. Genau das meinte ich. Lies doch mal deine Bibel.

  • (...) Ihr vorletzter Kommentar zeigt , daß Sie eine katholische Kirche bestenfalls als Touristenattraktion wahrnehmen, beim nächsten Kommentar versuchen Sie Glaubensinhalte auf den Kopf zu stellen und beim allerletzten Kommentar empfinde ich nur noch großes Mitleid.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Àch, Sie halten sich für was besseres als ich, weil die Bibel ihr "moralischer Leitfaden" ist? Wenn Sie das behaupten, können Sie genauso gut sagen, daß die Bibel das einzige ist, was Sie von Raub, Mord, Vergewaltigung und der Haltung von Sklaven abhält.

  • Was ist "wickipedia"? Ein Lexikon für kleine, blonde Wikinger?

  • Nun sagen Sie doch schon den Satz mit dem Leute wie sie das doch immer beenden: "Du wirst in der Hölle brennen, aber ich bete für Dich!" Gläubige sind so berechenbar.

  • Verstehe ich das richtig? Sie benötigen Hilfe von einem Priester um Kontakt ihrem unsichtbaren Freund zu bekommen?

  • @Ockhams Rasiermesser: Sie haben nur die Worte gelesen, aber nicht ihren Sinn verstanden - leider

  • Wenn sie sich weiter so unchristlich und persönlich verletzend verhalten wird sie ihr Gott achtkantig aus ihrem Himmel werfen. Im Gegensatz zu ihnen habe ich alle maßgeblichen "heiligen Texte" dieser Welt gelesen. Sie wissen schon: diese Sache, bei der zusammengesetzte Buchstaben Wörter ergeben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%