Rotes Meer
Wenige Überlebende bei Fährunglück vor Ägypten

Die im Roten Meer vermisste Fähre ist gesunken. In der Nähe des Hafens Safaga konnten rund 300 Überlebende geborgen werden. Doch mehr als 1000 Menschen sind aller Wahrscheinlichkeit nach ertrunken. Über die Unglücksursache kann bislang nur spekuliert werden.

HB KAIRO. Die ägyptische Fähre „Al Salam Boccaccio 98“ hatte am Donnerstagabend nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen mit 1415 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord den saudiarabischen Hafen Dhiba verlassen. Rund 90 Kilometer vor ihrem Ziel, dem ägyptischen Hafen Safaga, sank die Fähre. Das berichtete die ägyptische Nachrichtenagentur Mena. Zur genauen Zahl der Todesopfer gab es zunächst keine konkreten Angaben. Über die Unglücksursache wurde noch spekuliert: Schlechtes Wetter oder ein technischer Defekt galten als möglich.

Bis zum Abend zogen Helfer nach inoffiziellen Informationen aus Sicherheitskreisen 3000 Überlebende aus den Fluten. 14 Passagiere hätten es aus eigener Kraft bis ans Ufer geschafft, hieß es. Aus Sicherheitskreisen hieß es unterdessen, 185 Leichen seien aus dem Meer geborgen worden. Mehrere Verletzte wurden in einem Krankenhaus im Urlaubsort Hurgada, der 60 Kilometer nördlich von Safaga liegt, versorgt.

Im Hafen von Safaga drängten sich Tausende von Angehörigen der vermissten Passagiere und warteten auf Neuigkeiten über das Schicksal ihrer Lieben. Viele von ihnen waren schon nach Safaga gereist, bevor bekannt wurde, dass das Schiff gesunken ist. Sie hatten ihre Verwandten im Hafen empfangen wollen. Doch die Freude über die geplante Heimkehr der Reisenden wich bangem Warten und Entsetzen, als die ersten Meldungen über die Tragödie die Runde machten.

Bundespräsident Horst Köhler und die Bundesregierung haben Ägypten ihr Beileid für die 1000 Opfer des Unglücks bekundet. Köhler schrieb in einem in Berlin veröffentlichten Telegramm an den ägyptischen Präsidenten Mohamed Hosni Mubarak: „Mit großer Bewegung habe ich die Meldungen über die große Zahl an Opfern verfolgt, die ihr Leben bei dem schrecklichen Fährunglück im Roten Meer verloren haben.“ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schrieb:„ Die Nachricht vom Sinken einer ägyptischen Fähre vor Hurgada bestürzt mich sehr.“ Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich in einem Kondolenztelegramm an seinen ägyptischen Amtskollegen Ahmed Abul Gheit ebenfalls bestürzt und tief betroffen. „Unser Mitgefühl und unser aufrichtiges Beileid gilt all jenen, die Angehörige und Freunde verloren haben.“ Das Auswärtige Amt hatte bis zum Freitagabend keine Erkenntnisse, ob von dem Unglück Deutsche betroffen sind. Die Prüfungen liefen noch, sagte ein Sprecher.

Weshalb das Schiff sank, war zunächst unklar. Behördenvertreter am Ort des Unglücks sprachen von einem kräftigen Wind und Wellen von bis zu zehn Metern Höhe in der Nacht zum Freitag. Später hieß es jedoch aus ägyptischen Sicherheitskreisen, es habe möglicherweise einen technischen Defekt gegeben. Das Schiff sei am vergangenen Dienstag vor seiner Abreise in Safaga und dann am Donnerstag in Saudi-Arabien überprüft worden. Der Direktor des Hafens von Dhiba, Mahmud al-Harbi, sagte der Agentur Mena, es hätten sich nicht mehr Passagiere als erlaubt an Bord befunden.

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