Royale Arbeitnehmer
Der Prinz in Teilzeit

Europas Blaublüter sind nicht nur Grüßonkel: Sie arbeiten als Unternehmensberater, PR-Manager oder Investmentbanker. Doch der royale Arbeitnehmer bringt Gefahren. Denn die Königsfamilien stehen unter massivem Druck.
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DüsseldorfGesucht werden Personen mit charismatischer Erscheinung und Erfahrung im Durchschneiden von roten Bändern. Bevorzugte Eigenschaften: kinderlieb und kommunikativ, mit Parkettsicherheit und besonderem diplomatischen Feingefühl.

Wäre der Job als König oder Prinz ein normaler Beruf, könnte die Stellenausschreibung so klingen. Doch dieser Job ist erblich und bringt eine Reihe von repräsentativen Verpflichtungen mit sich, die kurz zusammengefasst werden könnten: lächeln und winken – für das Land, den guten Zweck oder die Familie. Doch auch in Europas Königshäusern findet sich der ein oder andere Arbeitnehmer, der nicht aus der Familienschatulle, sondern von einem Unternehmen bezahlt wird.

Klingt gut: Prinzen und Prinzessinnen, die sich nicht auf ererbtem Geld oder Privilegien ausruhen und die Staatskasse nicht unnötig belasten. Doch ein royaler Arbeitnehmer kann schnell in den Verdacht geraten, sich mit seinem klingenden Namen Vorteile zu verschaffen, die ein Normalsterblicher so nicht hat. Zudem steht jedes Mitglied für den Rest der Familie – trägt es doch den Namen der Marke „Königshaus“. Ein Fehltritt, und das saubere Image ist in Gefahr. Für eine Institution wie die Monarchie, die sich immer aufs Neue legitimieren muss, kann das zum Problem werden.

Dass „Held der Arbeit“ und Aristokratie nicht immer gut zusammen passen, badet gerade König Felipe von Spanien aus. Der hatte im Juni die Nachfolge seines Vaters Juan Carlos angetreten und erbte damit den derzeit unpopulärsten Thron Europas.

Denn Felipes Schwester Cristina und ihr Ehemann Iñaki Urdangarin sind in einen Finanzskandal verwickelt, der dem Königshaus einen erheblichen Imageschaden zugefügt hat. Dem durch seine Heirat zum Herzog von Palma geadelten Urdangarin wird vorgeworfen, in einer angeblich wohltätigen Stiftung jahrelang Steuergelder veruntreut zu haben.

Auch Infantin Cristina musste im Februar wegen des Vorwurfs des Steuerbetrugs und der Geldwäsche vor einem Gericht in Palma de Mallorca aussagen. Spanien leidet unter den Folgen einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten, laut Statista sind mehr als 50 Prozent der Jugendlichen arbeitslos – da macht sich eine im Verdacht des Steuerbetrugs stehende Königstochter nicht gut. Denn negative PR kann sich die Monarchie erst recht nicht leisten.

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