Ruhrgebiet
Masern breiten sich aus

Im Ruhrgebiet breiten sich nach Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Masern weiter aus. Insgesamt sind mittlerweil 160 Fälle bekannt. Vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren sind als Folge fehlenden Impfschutzes betroffen.

HB DUISBURG. Mehr Fälle habees in Nordrhein-Westfalen zuletzt im gesamten Jahr 2003 mit 306 gemeldeten Erkrankten gegeben. In den Jahren 2004 und 2005 waren in ganz Nordrhein-Westfalen nur 28 Fälle, beziehungsweise 34 Fälle gemeldet worden. Unter den Betroffenen seien auch fünf Säuglinge, die dadurch ein erhöhtes Risiko hätten, an einer chronischen Gehirnentzündung zu erkranken. Ist in einer Familie ein Mitglied erkrankt, sollte bei Säuglingen eine Impfung auch vor Vollendung des ersten Lebensjahres erfolgen.

Die Empfehlung wird vom Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut, dem Mainzer Professor Heinz Schmitt unterstützt. Die Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln wird gewöhnlich erst nach dem ersten Jahr empfohlen.

Die WHO empfiehlt die Impfung in einigen Ländern ab sechs Monaten, in Frankreich wird ab neun Monaten geimpft. In Deutschland wird erst relativ spät geimpft. Hintergrund sei, dass Säuglinge in den ersten Monaten vom so genannten Nestschutz der Mutter profitierten, teilte der Ärzteverband BVKJ mit. Diese Wirkung könne jedoch im Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen.

Zentrum des jüngsten Ausbruchs sei weiterhin Duisburg mit mehr als 90 Fällen im gesamten Stadtgebiet, berichtete Georg Vogt vom Gesundheitsamt der Stadt. Daneben seien Dortmund, Kleve, Wesel, Düsseldorf. Krefeld, Oberhausen und Mülheim betroffen. Bislang hätten 36 Erkrankte in Kliniken behandelt werden müssen. Eine zunehmende Zahl von Komplikationen wie etwa Lungen- oder Gehirnentzündungen bei der hochansteckenden Krankheit sei vor allem mit stiegendem Alter zu beobachten. Derzeit seien vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren vermutlich als Folge eines fehlenden Impfschutzes betroffen. Versäumte Impfungen sollten nun auch von Erwachsenen nachgeholt werden.

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