Rund 120 Kardinäle unter 80 Jahren
Kardinäle vor schwieriger Aufgabe

Mit dem Tod von Papst Johannes Paul II. ist am Samstag eines der längsten Pontifikate in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche zu Ende gegangen.

HB ROM. Seitdem sich der fragile Gesundheitszustand des 84-Jährigen in den vergangenen Tagen dramatisch verschlechtert hatte, beschäftigte Gläubige wie Kurie die Frage: Wer wird der Nachfolger dieses Mannes, der die Geschicke der Kirche bald drei Jahrzehnte bestimmt hat, der das erste nicht-italienische Oberhaupt der Katholiken seit 455 Jahren ist und so viel Geschichte geschrieben hat, dass es kaum mehr ausdrücklich gesagt werden muss. Kann überhaupt jemand diesen Platz ausfüllen, ohne wie ein Schatten dieses Karol Wojtyla zu wirken, wie eine Maus neben einem Berg?

Das ist das Dilemma, vor dem die Kardinäle, die rot-gewandeten Prinzen in der Kirchenhierarchie, stehen, wenn sie nach dem Tod dieses Papstes in einem geheimen Konklave zusammentreten und aus dem eigenen Kreis einen Nachfolger wählen. Johannes Paul II. hat fast alle der rund 120 Kardinäle unter 80 Jahren, die an der Entscheidung beteiligt sind, selbst ernannt. Damit hat er die Chancen erhöht, dass der nächste Papst ähnliche Prinzipien wie er selbst vertritt und in Fragen wie Empfängnisverhütung und weiblichen Priestern keine Unklarheiten aufkommen lässt.

Eine große Frage ist, ob der nächste Papst wieder ein Nicht-Italiener sein oder Italien den Papstthron zurückerhalten soll. Vielleicht sollte der neue Vertreter Gottes auf Erden besser gar kein Europäer sein? Viele Mitglieder des Klerus sind der Ansicht, dass das nächste Oberhaupt aus der Dritten Welt kommen sollte, wo die Kirche so lebendig ist und wächst wie sonst nirgendwo. Die Kardinäle wissen, dass heute fast 65 % der Katholiken in Afrika, Asien und in Südamerika leben.

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