Russische Virologin an Infektion gestorben
Ebola-Ausbruch im Sudan

Im Süden Sudans ist der hochansteckende Ebola-Virus erneut ausgebrochen, dies bestätigte die Weltgesundheitsorganisation WHO.

HB NAIROBI. „Wir haben entsprechende Testergebnisse von dem Speziallabor in Atlanta erhalten“, sagte Abdullahi Achmed, Leiter des WHO-Büros für Südsudan, am Montag in Nairobi. Es sei jedoch unklar, um welchen Krankheitstyp es sich handle. „Es ist keiner der bislang bekannten Typen“, sagte Achmed. Bislang seien 19 Menschen infiziert, vier von ihnen seien gestorben.

Mehr als 100 Menschen, die Kontakt mit den Infizierten hatten, sollen drei Wochen lang überwacht werden. Ein Team arbeite daran, die Ursache des Ausbruchs festzustellen. Die Behörden von Uganda, wo vor knapp vier Jahren fast 200 Menschen an Ebola starben, machten die Bewohner der Grenzregionen zum Sudan mit Postern und über das Radio auf die Gefahr aufmerksam.

Unterdessen hat sich eine russische Virologin bei einem Arbeitsunfall in einem russischen Labor mit dem Ebola-Virus infiziert und ist Tage später gestorben. Eine Kommission untersuche die Umstände des Todesfalls im Wissenschaftlichen Zentrum für Virologie und Biotechnologie in der Stadt Nowosibirsk, wie die Agentur Interfax am Montag berichtete. Bislang gibt es keinen Ebola-Impfstoff für Menschen.

Die 46-jährige Wissenschaftlerin hatte sich Anfang Mai versehentlich mit einer Ebola-infizierten Spritze gestochen und war zwei Wochen später gestorben. Das in Afrika vorkommende Ebola-Virus kann zu schweren inneren Blutungen führen und gehört zu den tödlichsten Krankheitserregern der Welt.

Das durch Ebolaviren ausgelöste, mit massiven inneren Blutungen einhergehende Fieber trat erstmals im Jahre 1976 in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) ins öffentliche Bewusstsein. In 50 bis 80 % der Fälle endet die Erkrankung tödlich. Medikamente oder Impfungen gegen das Virus gibt es nicht. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nur über die Körperflüssigkeiten Erkrankter statt.

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