Russland
19 Menschen sterben bei Hubschrauber-Absturz in Sibirien

Unglück in Russland: In Sibirien sind bei einem Helikopter-Absturz mindestens 19 Personen gestorben. Auch Kinder waren unter den Opfern. Die Zahl könnte noch weiter steigen – denn das Wrack ist noch nicht gefunden.
  • 0

MoskauBei einem Hubschrauberabsturz im Fernen Osten Russlands sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen, darunter mehrere Kinder. An Bord des verunglückten Helikopters seien 25 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder gewesen, teilte das zuständige Luftfahrtkomitee mit. Die örtliche Regierung und das Katastrophenschutzministerium in Moskau wollten zunächst keine Angaben zur Zahl der Opfer machen, da das Wrack noch nicht gefunden wurde.

Der Helikopter der Gesellschaft Polar Airlines war in der nördlichen Region Jakutien in Sibirien unterwegs und stürzte 45 Kilometer nordwestlich der Stadt Deputatzki ab. Das Luftfahrtkomitee erklärte, bei dem Unglück seien nach Angaben Überlebender 19 Menschen ums Leben gekommen. Er habe die Opferzahl von Luftfahrtvertretern in Jakutien erhalten, die nach dem Absturz mit Überlebenden kommunizieren konnten, sagte ein Vertreter des Komitees, Alexander Filatow.

Ein Sprecher der Regionalregierung von Jakutien, Afanasi Jegorow, sagte, es sei zu früh, eine Opferzahl zu nennen. Die Absturzstelle sei schwer zu erreichen, die Rettungstrupps hätten mit ihrem Flugzeug 30 Kilometer entfernt landen müssen und müssten mit Geländewagen weiterfahren. „Beeilen Sie sich nicht, die Opfer zu beerdigen“, sagte Jegorow, der nach eigenen Angaben einige der Insassen persönlich kannte.

Auch das Moskauer Katastrophenschutzministerium wollte keine Angaben zur Opferzahl machen, solange das Wrack nicht gefunden wurde. „Die Rettungskräfte sind noch nicht zum Unglücksort vorgedrungen“, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. „Die Maschine ist mitten in der Taiga an einem schwer zugänglichen Ort abgestürzt, und das Wetter ist schlecht. Wir haben keine offiziellen Informationen.“

Der Sprecherin zufolge konnte die Besatzung nach dem Unglück zunächst kommunizieren, doch die Verbindung sei dann abgebrochen. Ministeriumsvertreter Wladimir Stepanow sagte, wegen schlechten Wetters sei die Suche nach dem Wrack unterbrochen worden. 150 Helfer sowie sieben Flugzeuge und Hubschrauber seien an der Suchaktion beteiligt.

Nach Angaben des örtlichen Regierungssprechers war der Hubschrauber innerhalb Jakutiens von Deputatzki nach Kasachje unterwegs und überflog eine Bergkette, als er von heftigem Wind nach unten gezogen wurde.

An Bord seien elf Kinder gewesen, davon drei unter zwei Jahren, berichtete ITAR-TASS. Drei Besatzungsmitglieder sowie eine Frau und ein Kind hätten überlebt, sagte Vizeregierungschef Anatoli Skribikin. Seinen Angaben zufolge waren unter den Todesopfern der Vizepräsident des Regionalparlaments, der Chef einer örtlichen Investmentfirma und ein Vertreter des in Jakutien ansässigen Diamantenproduzenten Alrosa. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, die Verantwortlichen hätten sich auf einer Wahlkampfreise befunden.

Anfang Mai war in der sibirischen Region Irkutsk ein Hubschrauber abgestürzt, der mit zwei Tonnen des Sprengstoffs TNT beladen war. An Bord waren auch Vertreter des Katastrophenschutzministeriums. In Russland kommt es wegen veralteter Fluggeräte und schlechter Wartung immer wieder zu Unglücken in der Luftfahrt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russland: 19 Menschen sterben bei Hubschrauber-Absturz in Sibirien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%