Russland
Ein Deutscher unter den Opfern des Flugzeugabsturzes

Unter den 44 Toten des Flugzeugabsturzes in Russland nahe der finnischen Grenze befindet sich entgegen ersten Angaben doch ein Deutscher.
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MoskauEntgegen ersten Angaben befindet sich auch ein Deutscher unter den Opfern. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes korrigierte am Dienstag frühere Angaben des Ministeriums, wonach kein Deutscher an Bord der Maschine gewesen sein soll. Der Tote habe sowohl einen deutschen als auch einen russischen Pass. Die russischen Behörden hätten den Mann zunächst nur als Landsmann gezählt. Details über die Identität des Deutschen waren vorerst unklar.

In der Nacht war die Chartermaschine vom Typ Tupolew Tu-134 rund 400 Kilometer nordöstlich von St. Petersburg zerschellt. Bei dem Flugzeugunglück im Norden Russlands sind mindestens 44 Menschen getötet worden. Dies sei ein vorläufiger Stand, sagte eine Sprecherin des russischen Katastrophenministeriums am Dienstag am Telefon. Acht Menschen seien verletzt, bei sieben von ihnen sei der Zustand ernst. Das Unglück ereignete sich demnach beim Landeanflug auf die Stadt Petrosawodsk in der Region Karelien, etwa 700 Kilometer nordwestlich von Moskau.

Insgesamt waren nach Angaben der Sprecherin 52 Menschen an Bord, darunter neun Besatzungsmitglieder. Die meisten Passagiere stammten aus Russland, es sei aber auch ein Schwede unter den Reisenden gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

Der Internet-Seite www.lifenews.ru zufolge zählte zu den Überlebenden ein zehnjähriger Junge. Ein Kind sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Rettungshelfer einem örtlichen Fernsehsender. Das Flugzeug des Typs Tupolew-134 kam aus Moskau. Es brach etwa einen Kilometer vor der Landebahn auseinander und ging in Flammen auf. Das Unglück ereignete sich dem Ministerium zufolge kurz vor Mitternacht (Ortszeit).

Präsident Dmitri Medwedew hat kürzlich seine Tupolew gegen ein in Frankreich hergestelltes Modell eingetauscht und Mängel in der heimischen Produktion von Flugzeugen kritisiert. Auch bei der im April 2010 abgestürzten Maschine des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski handelte es sich um ein Fabrikat des zu Sowjet-Zeiten gegründeten Unternehmens, und zwar um das Modell Tu-154. Damals kamen außer Kaczynski 95 Menschen ums Leben, darunter auch dessen und zahlreiche weitere hochrangige Vertreter Polens.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russland: Ein Deutscher unter den Opfern des Flugzeugabsturzes"

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  • Im Flieger befand sich u.a. das Topmanagement und die Chefkonstrukteure von "Gidropress", einem wichtigen Teil des Konzerns "ROSATOM", auf dem Weg zu einer Promotion in Petrozavodsk. Es ging um einen neuen Reaktortyp.
    Anstelle sich ueber Tupolev-Flugzeuge dumm auszulassen, sollte eine investigative Presse mal ein bissel nachaken!!!

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