S-Bahn-Unfall in Berlin
„Lauten Knall gehört“

Bei einem S-Bahnunglück sind am Montag im Berliner Bahnhof Südkreuz 33 Menschen verletzt worden, zwei davon schwer. Ein S-Bahnzug der Linie S 25 war auf einen Gleismesswagen der Deutschen Bahn aufgefahren. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar.

HB BERLIN. Die demolierte Windschutzscheibe des Führerhauses liegt herausgebrochen auf dem Gleis, Glasscherben übersäen den Boden und die Sitze der menschenleeren S-Bahn-Waggons. Sanitäter transportieren die verletzten Fahrgäste vom Berliner Bahnhof Südkreuz eilig auf Rettungstragen und -stühlen in nahe Krankenhäuser.

Ein Sprecher der Feuerwehr atmet tief durch und sagt: „Wir haben Glück im Unglück gehabt.“ Eine Katastrophe ist am Montagmorgen ausgeblieben. Bei der Kollision einer S-Bahn mit einem Gleismesswagen der Deutschen Bahn erleiden 33 Menschen Verletzungen, zwei davon sind schwer verletzt. Die genaue Ursache des Unglücks ist noch unklar.

Der erste Notruf geht um 10.25 Uhr bei der Feuerwehr ein. Kurz zuvor hat ein S-Bahnzug der Linie 25 von Teltow in Richtung Hennigsdorf bei der Einfahrt in den Bahnhof den Messwagen gerammt - wie hoch das Tempo war, ist unklar. „Ich habe einen lauten Knall gehört und dachte erst an einen Autounfall. Aber als die Sanitäter herein gelaufen kamen, wurde mir schon angst und bange“, sagt eine Frau, die eine Etage über dem Unglücks-Gleis Brötchen verkauft. „Den Rumms habe ich auch bemerkt. Und dann kamen auch schon Ärzte und Helfer - die waren verdammt schnell“, sagt ein anderer Verkäufer.

Über dem Südkreuz, einem der fünf großen Fernbahnhöfe der Hauptstadt, kreisen wenig später Rettungshubschrauber. Auf dem großen Busbahnhof vor dem Haupteingang herrscht Hektik. Reisende bleiben verdutzt stehen, an ihnen vorbei rennen Uniformierte zum Unfallort. 130 Rettungskräfte sind im Einsatz. „Die Bedingungen waren günstig“, sagt ein Feuerwehrsprecher.

Warum der Werkstattwagen, der der Instandhaltung der Gleisanlagen dient, auf den Schienen stand und die S-Bahn in die eigentlich gesperrte Zone einfuhr, ist zunächst ungewiss. Ebenso unbeantwortet bleibt die Frage, warum der Fahrer der S-Bahn auf der geraden Strecke nicht rechtzeitig bremste, um die Kollision zu verhindern. Anzeichen für einen terroristischen Anschlag gebe es nicht, sagt Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Er war zum Unglücksort geeilt, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen.

Die beiden Schwerverletzten, zwei Männer im Alter von 25 und 30 Jahren, tragen Bauch- und Kopfverletzungen davon. „Die sind wahrscheinlich durch den heftigen Aufprall und den Sturz im Waggon zu Stande gekommen. Sie sind in einem ernsten, aber keinem lebensbedrohlichen Zustand“, erklärt ein Feuerwehrsprecher. Die Leichtverletzten erleiden überwiegend Platzwunden, Prellungen und Schnittwunden. Zu ihnen zählt auch der S-Bahnfahrer. Im Zug befanden sich nach ersten Schätzungen rund 100 Passagiere. „Es waren Gott sei Dank nicht so viele Menschen an Bord“, sagt ein Bahnsprecher. Beim Aufprall werden die Fahrgäste umhergeschleudert.

In den Waggons offenbart sich ein Bild der Verwüstung. Die Trennscheiben zwischen Sitzen und Türen sind aus der Verankerung gebrochen und zerborsten. Auf den Sitzen liegen Besitztümer der Fahrgäste zwischen Glassplittern verstreut: eine Haarbürste, eine Wasserflasche.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%