Sachsen-Anhalt
Bundeswehr schützt Chemiepark vor Flut

Mehrere hundert Soldaten haben in Bitterfeld einen Deich zum Schutz eines Chemieparks errichtet. Derzeit bestehe keine Gefahr einer Kontamination des Hochwassers, beruhigt der Landkreis.
  • 2

DüsseldorfEtwa 200 Bundeswehr-Soldaten haben am Morgen und Vormittag in Sachsen-Anhalt einen über einen Kilometer langen Deich zum Schutz des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen errichtet. In Zusammenarbeit mit der Werksfeuerwehr bauten sie Sandsack-Wälle auf, um das Industriegebiet und eine angeschlossene Kläranlage vor einer Überschwemmung durch die Mulde zu schützen. Die Gefährdung sei akut, so ein Bundeswehr-Sprecher zu Handelsblatt Online.

Allerdings beruhigt der Landkreis: Es bestehe zur Stunde dank der errichteten Dämme nicht die Gefahr, dass das Chemiegelände überschwemmt und dadurch Wassermassen kontaminiert würden. Unter anderem haben auf dem weitläufigen Gelände Konzerne wie Bayer, Evonik und Akzo Nobel Produktionsstätten. Das Hochwasser habe noch nicht einmal den zusätzlich errichteten Schutz erreicht, so ein Sprecher des Landkreises Anhalt-Bitterfeld: „Das Wasser kann noch ein ganzes Stück steigen.“

Ein Teil des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen grenzt an eine Überschwemmungsfläche der Mulde. Auch bei der sogenannten Jahrhundertflut im Jahr 2002 war ein provisorischer zusätzlicher Schutzdeich am Chemiepark errichtet worden.

In Bitterfeld selbst sollen etwa 10.000 Menschen ihre Häuser verlassen, um einem möglichen Hochwasser zu entgehen. Es sei wegen vieler Unbekannter nicht klar, wann und wie stark Wasser aus dem Goitzschesee in die Stadt eindringe, teilte der stellvertretende Landrat des Landkreises Bitterfeld-Wolfen, Bernhard Böddeker, am Dienstag mit. Die Gefahr sei derzeit besonders groß, weil im sächsischen Löbnitz ein Deich gebrochen sei und sehr viel Wasser in einen See direkt neben dem Goitzschesee fließe.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Sachsen-Anhalt: Bundeswehr schützt Chemiepark vor Flut"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ausserdem ist auch diese BW ein weitgehend überflüssiger anachronistischer Verein, der schon längst auf max. 50.000 Mann / Frau reduziert werden muss. Fehlleistungen ohne Ende: de Miseres Drohnen, Afghanistan, Syrien, Afrika....Fehleinsätze und Katastrophen-Verschlimmerung weltweit!

    Und ein wirksamer Hochwasserschutz wäre tatsächlich machbar, wenn endlich die Gelder statt für überflüssige Beamte für Infrastrukturen ausgegeben würden.
    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Mit relativ geringem Investment ist der dauerhafte Schutz vor Überflutungen möglich, jedenfalls wenn man endlich Ingenieure statt Politiker an das Problem ran lässt.
    Sowohl in Passau, Leipzig, Grimma oder Dresden und sonstwo können dauerhaft wirksame flexible Flut- Wände errichtet werden. Sogar mechanisch und/oder elektrisch/hydraulisch versenkbar, die das Stadt- Bild bei Niedrigwasser dann überhaupt nicht stören und nur bedarfsweise hochgefahren oder aufgebaut werden.
    Einfachste Form: einsteckbare Profile, in welche Wände abschnittweise eingesteckt werden (z. B. die Stadt Köln hat sowas schon), statt - wie im Mittelalter - Sandsäcke erst zu füllen und dann unkoordiniert von Hilfskräften hinzulegen...an kritischen Stellen der Altstädte können - wie erwähnt – diese dann motorisch ausfahren.
    Das Ganze kostet weniger als die "Rettungsmaßnahmen" der Folgeschäden von ein oder zwei Uberflutungs- Katastrophen!
    Die Finanzierung dieser Vorsorgemaßnahmen wird durch Halbierung der Planstellen realisiert in allen aufgeblähten und bei weitem überdimensionierten Behörden – z. B. in den Finanzämtern, die unnötig komplizierte und historisch gewachsene Schachtelgesetze als ABM-Beschäftigung “bearbeiten“, statt diese zu entrümpeln und zu vereinfachen (siehe Vorschläge Wikipedia: Kirchhof/Merz/Lang/ Koch etc). Deshalb sofortige Halbierung der Bezüge aller Finanzbeamten und Zwang zur Umsetzung dieser Steuervereinfachungs- Konzepte.
    Ähnliches gilt für alle anderen “Dienstleister“ unter den öffentlich mit Steuergeldern durchgefütterten Beschäftigten, die alle dringendst privatisiert und unter Wettbewerbsdruck gestellt werden müssen.
    Dann werden weitere 30 Mia EURO frei zur Finanzierung von Infrastrukturen, wie die oben genannten Maßnahmen zum Überflutungsschutz oder z. B. überfälliger Autobahnneubau oder Modernisierung der Hochspannungs- Netzwerke – seit 20 Jahren passiert da nichts!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%