Sail-8 flopt
Niemand kommt zu Geldorfs Schiffsdemonstration

Eigentlich sollte es eine medienwirksame Demonstration zum bevorstehenden G-8-Gipfel werden: Bob Geldorf hatte dazu aufgerufen, dass am Sonntagabend tausende Boote Massen von Demonstranten von der französischen Küste abholen und über den Ärmelkanal nach Großbritannien bringen. Doch es kamen nur vier Schiffe, und die waren auch noch leer.

HB PORTSMOUTH. Kein einziger Demonstrant war Geldorfs Aufruf gefolgt und an die französische Küste gekommen, um zum Protest nach Großbritannien überzusetzen. Die vier Boote, die überhaupt teilnahmen, liefen also leer in den Hafen von Portsmouth ein. Auch Geldorf selbst sagte seinen Auftritt in Portsmouth daraufhin ab. Der ursprünglich geplante große Empfang der Boote und Demonstranten fiel aus.

Warum niemand Geldorfs Auftruf gefolgt war, konnten sich die Veranstalter nicht erklären. Dass die Aktion aber ein Fehlschlag gewesen sei, das versuchte niemand schön zu reden. Sail-8-Sprecher Don Brind erklärte, man müsse Dinge ausprobieren - entweder sie klappen oder sie klappen nicht. Und die jüngste Aktion habe eben nicht geklappt.

Für Geldorf war es sicher noch etwas mehr als eine peinliche Niederlage. Immerhin pflegte er über die Live-8-Konzerte stets zu sagen: "Es handelt sich bei ,Live8' nicht um eine musikalische, sondern um eine politische Aktion." Aber nach der geplatzten Demonstration auf dem Ärmelkanal wird wohl auch Geldorf zugeben müssen, dass viele Besucher möglicherweise doch aus weniger idealistischen Motiven zu den Konzerten kommen.

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