Salmonellen-Verdacht gegen Bayern-Ei
Foodwatch kritisiert Legebetriebe

Foodwatch sieht Missstände in deutschen Legebetrieben. Die Hennen seien hochgezüchtet und anfällig für Krankheiten. Parallel wird bekannt: Eier aus Niederbayern haben möglicherweise einen Salmonellen-Ausbruch ausgelöst.
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Aiterhofen/BerlinEin bayerischer Eierproduzent steht im Verdacht, einen europaweiten Salmonellen-Ausbruch mit zwei Toten und Hunderten Erkrankten verursacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft Regensburg prüft nach eigenen Angaben, ob die Firma Bayern-Ei im vergangenen Jahr „gefährliche Lebensmittel in den Verkehr gebracht hat“. Tierschützer kritisierten, das Unternehmen halte sämtliche Hennen in Kleingruppenkäfigen. Derweil prangerte die Verbraucherorganisation Foodwatch am Donnerstag Missstände auch in der Bio- und Freiland-Haltung an.

Oberstaatsanwalt Theo Ziegler betonte, bislang lägen keine gesicherten Erkenntnisse vor, dass durch die Eier aus dem Betrieb im niederbayerischen Aiterhofen Menschen zu Schaden gekommen seien. Sollte sich der Verdacht jedoch erhärten, würden die Ermittlungen auf fahrlässige Tötung ausgeweitet. Am Dienstag wurden Geschäftsräume des Unternehmens durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Von der Firma Bayern-Ei gab es zunächst keine Stellungnahme.

Salmonellen sind Bakterien, die auf den Menschen meist durch Verzehr von rohem Fleisch, Fisch oder Eiern übertragen werden. Symptome sind starker Durchfall und hohes Fieber. Bei älteren und immungeschwächten Menschen kann die Infektion tödlich verlaufen.

Nach einem Bericht von Bayerischem Rundfunk (BR) und „Süddeutscher Zeitung“ waren im Juli 2014 aus dem Ausland Salmonellen-Warnungen beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eingegangen. Die Behörden hätten zögerlich reagiert, mutmaßlich verseuchte Eier seien zunächst nicht zurückgerufen worden. Das LGL wies die Vorwürfe zurück und betonte, für eine öffentliche Warnung vor Eiern aus dem betroffenen Betrieb habe es in Bayern zu keinem Zeitpunkt die fachlichen und rechtlichen Voraussetzungen gegeben.

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„Kannibalismus ist weit verbreitet“

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