Salomonen-Inseln
Seuchengefahr nach Tsunami auf Salomonen

Noch immer warten die Menschen auf den Salomonen-Inseln auf Hilfe, nachdem ein Tsunami am Montagmorgen etliche kleinere Inseln sowie die Provinzhauptstadt Gizo verwüstet hatte. Der Transport der Hilfsgüter wird jedoch zum Problem. Krankheiten könnten sich ausbreiten.

HB HONIARA. Für die Tsunami-Opfer auf den Salomonen-Inseln wird die Hilfe zu einem Wettlauf mit der Zeit. Die ersten Kinder sind am Donnerstag schon an Durchfall erkrankt, weil auch drei Tage nach der Überschwemmung noch nicht genug Trinkwasser angeliefert worden war. Wegen der schlechten hygienischen Bedingungen drohten auch Malaria und Cholera, hieß es. Die Wasserversorgung sei das dringendste Problem, sagte Danny Kennedy, Mitglied der Regierung der westlichen Provinz, in einem Interview des Senders BBC.

Das Rote Kreuz hatte am Mittwoch seine letzten Rationen in der Provinzhauptstadt Gizo verteilt und wartete dringend auf Nachschub. Hauptproblem ist die Logistik: der Flughafen von Gizo ist schwer beschädigt und größere Schiffe brauchen aus der Hauptstadt Honiara mehr als 20 Stunden.

In den Lagern der Obdachlosen erkrankten zahlreiche Kinder an Durchfall.

Nach UN-Schätzungen sind von den Folgen der Flutwelle 50.000 Menschen betroffen, darunter 30.000 Kinder. 5.600 Menschen wurden von der Regierung als obdachlos gemeldet, über die Zahl der Vermissten war zunächst nichts bekannt. Mindesten 34 Todesopfer forderte der Tsunami. Wegen zerstörter Straßen sind viele Dörfer noch von der Außenwelt abgeschnitten. Der Gouverneur der Westprovinz erklärte, dort könnten bis zu 40.000 Menschen obdachlos geworden sein, mehr als die Hälfte der Einwohner.

In Gizo ist die Lage besonders dramatisch, weil tausende Menschen dort obdachlos wurden und jetzt auf engstem Raum hausen. Die meisten haben in den Hügeln hinter der Stadt nur notdürftig Planen zwischen Bäume gespannt, aber dort gibt es weder Flüsse für Trinkwasser noch Toiletten. In der Stadt sind unzählige Häuser beschädigt oder durch Riesenwellen unbewohnbar geworden. Die Menschen trauen sich auch nicht zurück, weil die Region seit dem schweren Beben am Montag immer wieder von heftigen Nachbeben erschüttert worden ist.

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