Samba, Schlamm und Gangnam: Brasilien im Feierfieber
10.02.2013, 18:09 Uhr
Millionen von Menschen feiern auf den Straßen Brasiliens wieder Karneval. In fast allen Teilen des Landes sind die bunten Straßenfeste in vollem Gange. Auch Samba-Tänzerinnen haben sich schon blicken lassen.
Gute Laune nicht nur bei den Sambaschulen und Tänzerinnen: Rund zwei Millionen Menschen haben hier in diesem Jahr bisher den Straßenkarneval gefeiert.
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Allein zur Cordao da Bola Preta, einem der traditionsreichsten Straßenfeste des Karnevals in der brasilianischen Millionenmetropole, auf der Avenida Rio Branco strömten am vergangenen Samstag 1,8 Millionen zumeist kostümierte Menschen.
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Super Mario mal fünf: Vergangenes Jahr kamen 2,3 Millionen Besucher. Die Veranstalter hatten daher gehofft, in diesem Jahr mit 2,4 Millionen Partygästen als größtes Straßenfest ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden.
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„Bola Preta ist eine Institution in Rio, auf die wir sehr stolz sind", sagte der Cheforganisator der Straßenparty, Pedro Martin „Der Karneval von Rio fängt erst richtig an, wenn es auf der Straße Bola gibt."
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Je mehr, desto lustiger? Die Feiernden standen so dicht gedrängt, dass manche auf Polizeiwagen kletterten, um sich Luft zu verschaffen.
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Zu den beliebtesten Kostümierungen zählten dieses Jahr neben Märchenprinzessinnen auch Hasen, Bienen, Feuerwehrmänner, Polizisten oder Superhelden.
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Die Karnevalsfeierlichkeiten in Rio de Janeiro setzten am Freitag ein, als Bürgermeister Eduardo Paes (auf den Knien) dem König dem Sinnbild des Karnevals in Rio, König Momo, für fünf Tage symbolisch den Schlüssel der Stadt übergab.
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König Momo eröffnet entsprechend der Tradition auch den Höhepunkt der Karnevalsfeiern, die farbenfrohe und aufwändige Parade der Samba-Schulen am Sonntag und Montag im sogenannten Sambodrom.
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Anders als die Parade stehen die Straßenpartys, die sogenannten Blocos, allen offen. Dazu gehört unter anderem das traditionelle Bloco da Lama, wobei Lama nichts anderes bedeutet als „Schlamm“.
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Zwei Brasilianer hatten 1986 aus Spaß diese Veranstaltung ins Leben gerufen, bei der es um kaum mehr geht, als sich von oben bis unten im Matsch zu suhlen.
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Das scheint manchen aber auch völlig zu reichen. Woanders wird für solche Behandlungen aus Wellness-Gründen schließlich viel Geld bezahlt.
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Karneval ist das beliebteste Fest in Brasilien, es wird in fast allen Landesteilen gefeiert. Nicht umsonst rechneten die Behörden mit sechs Millionen Karnevalsbesuchern, darunter mehr als 900.000 Touristen.
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Wie in den Großstädten São Paulo und Recife feierten auch in Salvador, dem Zentrum der afro-brasilianischen Kultur, hunderttausende Karnevalisten.
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Vor der Menge in der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Bahia traten Stars wie der südkoreanische Sänger Psy auf, der durch seinen Hit „Gangnam Style“ weltberühmt ist.
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Korea war in diesem Jahr ein wichtiges Thema beim brasilianischen Karneval, da vor 50 Jahren die koreanische Einwanderung in das südamerikanische Land begann.
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Der Höhepunkt der bunten Festivitäten zum brasilianischen Karneval waren traditionell die Paraden der Sambaschulen.
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Brasiliens größte Stadt hat natürlich ihren eigenen Karnevalskönig Momo – und der wiederum hat seine eigene Königin
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Öffentlichkeitswirksamer setzen sich bei den Aufführungen der Sambaschulen meist die knapper bekleiden Tänzerinnen in Szene – nichtsdestotrotz gibt es auch von den männlichen Teilnehmern einiges zu sehen.
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Der brasilianische Fernsehstar Sabrina Sato nahm an der Show der Sambaschule Gavioes da Fiel teil.
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Was das Outfit angeht, so trauten sich einige Tänzerinnen aber noch wesentlich knapper in den Sambadrom von Sao Paulo.
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Glitzersteine und Federn sind für die Kostüme ein Muss: Die Sambaschulen traten in der weltbekannten Parade gegeneinander an, jede von ihnen präsentierte ein eigenes Thema.
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Die Sambaschulen wählen ihre Themen jedes selbst aus. Oft drehen sie sich um historische Ereignisse oder aber kulturelle oder politische Bewegungen.
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Die älteste und berühmteste Sambaschule ist Vai-Vai: Die Tänzer und Tänzerinnen haben bislang die meisten Titel von allen geholt.
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Die größte Parade findet stets im Sambódromo statt. Hier präsentiert die Sambaschule Unidos da Tijuca mit mehr als 4000 Tänzern, Samba-Queens und Trommlern Deutschland in vielen Facetten.