Satiremagazin setzt Kontrapunkt zu Gedenkfeiern
„Titanic“ baute Mauer wieder auf

In zahlreichen Veranstaltungen hat hat Deutschland gestern des Mauerfalls vor 15 Jahren gedacht. Nur das Frankfurter Satiremagazin „Titanic“ baute ein Stück Mauer wieder auf. Am Abend wurden die fünf Meter Grenzwall allerdings wieder abgerissen.

Mit Konzerten, Andachten und Diskussionsveranstaltungen wurde am Dienstag auch an den Mut der Demonstranten in der DDR erinnert, die damals letztlich die Grenzöffnung erzwangen. Der 9. November wird jedoch weiterhin überschattet von den Erinnerungen an den Beginn der nationalsozialistischen Pogrome gegen die Juden im Jahr 1938.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nannte das Datum einen „Tag der Freude“, aber wegen der so genannten Reichspogromnacht 1938, an der viele Synagogen in Deutschland in Flammen aufgingen, auch „der Scham und des Nachdenkens“. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering nannte es ein „Wunder“, dass die Öffnung der Mauer ohne Blutvergießen ablief. Die Union kritisierten erneut die inzwischen aufgegebene Absicht der Bundesregierung, den Tag der Deutschen Einheit vom 3. Oktober auf den ersten Sonntag in dem Monat zu verlegen. Die CDU- Vorsitzende Angela Merkel richtete den Blick aber auch nach vorn: „Die Liebe zu unserem Land umfasst deshalb auch die Bereitschaft, hemmende Verkrustungen aufzubrechen und notwendige Reformen mutig anzupacken“, sagte Merkel im Berliner Tränenpalast.

Einen Kontrapunkt setzte das Frankfurter Satiremagazin „Titanic“. Chefredakteur Martin Sonneborn ließ gestern in Philippsthal an der hessisch-thüringischen Grenze ein fünf Meter langes Stück Mauer bauen. Er bezeichnete die Aktion als „schmierigen populistischen Wahlkampf“ für seine Satire-Partei, deren „Hauptforderung“ der Wiederaufbau der Mauer ist. Allzu weit wollte er den Spaß aber nicht treiben: Sonneborn ließ sein Stück Grenzwall am Abend wieder abreißen.

Quelle: News Frankfurt

Das Satiremagazin im Internet: Titanic-Magazin

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