Sauerstoffmangel - Helios stellt Flüge ein
Todesflug wird langsam enträtselt

Offenbar scheidet eine Kohlenmonoxid-Vergiftung der Insassen des Helios-Flugzeugs als Unglücksursache aus. Zudem werden nach der Auswertung des Flugschreibers die Umstände des rätselhaften Absturzes nahe Athen mit 121 Toten allmählich klarer.

HB ATHEN/LONDON. Die Auswertung des Flugschreibers ergab am Freitag, dass in der Boeing 737-300 der Helios Airways am vergangenen Sonntag nur wenige Minuten nach dem Abflug aus Larnaka auf Zypern wahrscheinlich ein akuter Sauerstoffmangel aufgetreten war. Außerdem wurde der Stimmenrekorder der Todesmaschine gefunden. Unterdessen musste eine Helios-Maschine des gleichen Typs in Großbritannien wegen technischer Probleme umgeleitet werden.

Ein plötzlicher Sauerstoffmangel führte wahrscheinlich zu erheblichen Problemen in der Todesmaschine. Eine erste Auswertung des Flugschreibers ergab, dass im Cockpit andauernde akustische Alarmsignale Sauerstoffmangel anzeigten. Über den Passagiersitzen fielen die Sauerstoffmasken aus ihren Gehäusen.

Klar scheint zudem, dass die Insassen kein hochgiftiges Kohlenmonoxid eingeatmet haben. Das ist das vorläufige Ergebnis toxikologischer Gewebeuntersuchungen von sieben Opfern, die die gerichtsmedizinische Behörde vorgenommen hat. „Wir erwarten noch einige andere Untersuchungen und endgültige Erkenntnisse“, sagte der griechische Justizminister Anastassios Papaligouras.

Zu den untersuchten Leichen gehörte auch die des Co-Piloten. „Bei ihm war null Kohlenmonoxid zu finden“, hieß es. Damit sei die Vermutung, der Co-Pilot sei wegen einer Kohlenmonoxidvergiftung ohnmächtig geworden, vom Tisch, meinten Experten im Radio. Unklar ist dagegen, warum der deutsche Flugkapitän nicht auf seinem Platz war und wieso ein Steward mit Flugkenntnissen bei Bewusstsein blieb und die Maschine bis zu ihrem Absturz zu fliegen versuchte.

Unterdessen ist der Stimmenrekorder, von dem die Ermittler zunächst nur die leere Box gefunden hatten, am Freitag am Absturzort entdeckt worden. „Der Rekorder ist in gutem Zustand, soweit ich das sagen kann. Wir werden ihn sofort zur Auswertung schicken“, sagte der griechische Chefermittler, Akrivos Tsolakis, im griechischen Nachrichtensender SKAI. Man hoffe nun, Gespräche und Geräusche aus dem Cockpit während der letzten 30 Minuten des Unglücksfluges abhören und so der Absturzursache noch ein Stück näher kommen zu können.

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