Schaden durch Tennisbälle
Innenministerium nimmt Wasserwerfer aufs Korn

Bei Routinetests hielt ein Polizei-Wasserwerfer selbst weichen Geschossen nicht stand – das wirft Fragen nach der Sicherheit von Beamten auf. So auch beim Bundesinnenministerium, das die Fahrzeuge teuer bezahlt hat.
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ErfurtNach Problemen mit dem Panzerglas an einem neuen Polizei-Wasserwerfer hat sich das Bundesinnenministerium eingeschaltet. „Die Einzelheiten zum Hergang und Schaden werden derzeit mit allen Beteiligten geklärt“, sagte Sprecherin Pamela Müller-Niese am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „Bisher sind derartige Schäden an den neuen WaWe 10 nicht aufgetreten.“ Ihren Angaben nach hat der Bund 61 solcher Spezialfahrzeuge bei einem Hersteller aus Österreich geordert, 18 seien schon ausgeliefert. Bei einer Routineübung in Thüringen Mitte April wurden Tennisbälle, rohe Eier und Plastikflaschen auf das Fahrzeug geworfen – sie hatten faustgroße Schäden am Glas der Fahrerkabine des 900 000 Euro teuren Modells „WaWe 10“ aus österreichischer Produktion hinterlassen.

„Die Scheibe ist nicht zerstört“, betonte der Sprecher der Landespolizeidirektion, Dirk Sauter, in Erfurt. Allerdings müsse geklärt werden, ob die Beeinträchtigung noch im normalen Bereich liege oder die Scheibe des 33-Tonners ausgetauscht werden müsse. Das Modell sei auch in Hamburg oder Berlin im Einsatz.

Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen gewaltbereite Fußballfans oder Demonstranten ein - und in solchen Situationen können schon mal Steine fliegen. Über die Probleme mit dem Glas hatte zuerst der MDR berichtet. Demnach hat der Bund 78 solcher Spezialfahrzeuge von einem Hersteller aus Österreich geordert.

Nun soll es einen Termin geben, um die Schäden zu begutachten und das Vorgehen auch mit dem Hersteller zu besprechen. „Aus unserer Sicht ist die Frontscheibe nur marginal beeinträchtigt“, sagte Sauter.

Laut MDR fasst der Tank der Wasserwerfer 10 000 Liter. In Thüringen wurde davon im Herbst ein solches Fahrzeug in Dienst gestellt. Es stand laut Sauter schon bei Polizeieinsätzen bereit. Probleme habe es bisher keine gegeben.

Die Linke im Landtag ist jedoch alarmiert und verlangt Aufklärung. So hat die Abgeordnete Katharina König zwei Kleine Anfragen zu dem Fall an das Innenministerium gestellt. Sie will unter anderem wissen, welche Konsequenzen aus den Schäden gezogen werden und wie die Landesregierung das Sicherheitsrisiko für die Polizisten im Innern des Wasserwerfers einschätzt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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