Schaden und Schub
Doping-Skandale überschatten das Sportjahr

Das Sportjahr 2007 war von zwei Extrema geprägt. Auf der einen Seite stand es im Schatten großer Doping-Skandale, auf der anderen Seite aber auch im Zeichen eines neuen Bewusstseins für die Bekämpfung der verbotenen Leistungsmanipulation. "Es ist eine Art Katharsis, eine Reinigung gewesen", resümiert Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

HB DÜSSELDORF. Der Blick in den Doping-Abgrund des Radsports sorgte für Entsetzen und neue Anstrengungen, den Betrügern stärker denn je die Stirn zu bieten. Geständnisse von Athleten lieferten schockierende Einblicke in perfide Doping-Praktiken und auf mafiöse Netzwerke sowie Hinweise auf Ärzte, die trotz hippokratischen Eids zu Helfers Helfern dopender Sportler wurden. "Wir sind noch nicht durch, aber 2007 wird beides sein: Ein Katastrophenjahr und eines der konsequenten Umkehr", meint der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping.

Ende Februar gab der Tour-de-France-Sieger von 1997, Jan Ullrich, seinen Rücktritt vom Radsport bekannt. Im spanischen Doping-Skandal um den Arzt Eufemiano Fuentes führten angeblich auch Spuren zu ihm. Der Verdacht: Blutdoping. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen den gestürzten Sport-Helden wegen Betruges zum Nachteil seines Ex-Arbeitgebers T-Mobile, der durch die Doping-Geständnisse von neun Profis - darunter auch Rolf Aldag (heute Teamchef) und Erik Zabel - erschüttert wurde und wird.

Zu einer Tour de Chaos und der Unverbesserlichen wurde der französische Radklassiker im Juli. Nach der positiven A-Probe auf Testosteron von T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz vor der 10. Etappe beendeten ARD und ZDF die Live-Berichterstattung von der Tour de France. Weitere Doping-Fälle von Alexander Winokurow, Cristian Moreni und Michael Rasmussen ließen die Tour zur Farce werden. Nur mit einem strikten Anti-Doping-Programm konnte die Absage der Straßen-Weltmeisterschaft im September in Stuttgart abgewendet werden.

Um Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen, wurde auf einem Anti- Doping-Gipfel in Paris die Verdoppelung der Trainings- und Wettkampfkontrollen sowie die Einführung eines Blut-Passes ab 2008 beschlossen. "Im Radsport hat sich einiges positiv entwickelt, wie der Pariser Gipfel gezeigt hat", meint Scharping. Skeptischer beurteilt der scheidende Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard Pound, die desolate Radsport-Lage: "Ich hoffe, dass es eine Umkehr gibt, sonst haben sie noch mehr Probleme." Doch die hat nicht nur der im Doping-Morast festgefahrene Radsport.

So meldete der Gewichtheber-Weltverband nach der WM im September in Chiang Mai/Thailand zwölf ertappte Sünder. Im Tennis- Sport sorgte die Kokain-Affäre von Martina Hingis für Aufsehen.

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