Schaf-Virus: Russland stoppt Import aus Deutschland

Schaf-Virus
Russland stoppt Import aus Deutschland

Russland stoppt die Einfuhrt von Schafen und Ziegen aus Deutschland. Grund ist die Ausbreitung eines Virus, der zu Missbildung bei Jungtieren führt. Auch Importe aus Belgien und den Niederlanden sind betroffen.
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Moskau/BielefeldWegen des Schmallenberg-Virus hat Russland die Einfuhr von Schafen und Ziegen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden verboten. „Ich kann nicht ausschließen, dass der Importstopp auch auf Rinder ausgeweitet wird“, sagte der stellvertretende Chef der russischen Veterinärbehörde, Nikolai Wlassow, einer Mitteilung vom Freitag zufolge. Außerdem sei auch eine Ausdehnung des Verbots auf andere europäische Länder möglich. Das „Westfalen-Blatt“ (Bielefeld) hatte in seiner Internetausgabe über den Stopp berichtet.

Das für Menschen ungefährliche Virus ist bereits in mehreren Bundesländern aufgetaucht, es verursacht unter anderem Missbildungen bei Jungtieren. „Das Verbot wird so lange in Kraft bleiben, bis unsere europäischen Kollegen die Lage wieder unter Kontrolle haben, mit Impfungen oder anderen Maßnahmen“, kündigte Wlassow an. Russland habe auch der EU-Kommission eine Reihe von Fragen zu dem Virus gestellt. Es war zunächst unklar, wie viele Tiere von dem Importstopp betroffen sind.

Wie das „Westfalen-Blatt“ weiter berichtet, wurde das Virus bereits auf 46 Höfen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen nachgewiesen. Zudem gibt es weitere 95 Verdachtsfälle. Die Zeitung beruft sich auf Angaben der zuständigen Landesbehörden. Demnach sind in NRW 11 Betriebe, in Niedersachsen 29 und in Hessen 6 Betriebe betroffen. Zudem gebe es in NRW weitere 56 Verdachtsfälle, in Niedersachsen 21 und in Hessen 18.

Nach Angaben von Ulrich Kros, Veterinär beim Kreis Lippe, gebe es Bestände, bei denen 50 Prozent der Lämmer mit Missbildungen oder tot auf die Welt kämen. Im Durchschnitt seien ein Viertel der Lämmer betroffen. Mit dem Virus infizierte Lämmer, Kitze und Kälber kommen missgebildet und nicht lebensfähig auf die Welt. Eine Meldepflicht besteht bislang nicht.

In den Niederlanden ist das Virus bereits flächendeckend verbreitet. Es wird vermutlich über Stechmücken übertragen, die trächtige Muttertiere infiziert haben. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut, hält das Virus bei Menschen für ungefährlich.

Der Leiter des Euskirchener Kreisveterinäramtes, Jochen Weins, geht unterdessen davon aus, dass sich auch Hirsche und Rehe in Gehegen sowie Wildtiere angesteckt haben. So könnten in NRW auch Mufflons an der oberen Ahr und im Nationalpark Eifel betroffen sein, berichtete die Zeitung weiter.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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