Schauspiellegende

Bud Spencer ist tot

Der italienische Schauspieler Bud Spencer, mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Spencer war zusammen mit Terence Hill bekannt für Filme wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“.
Update: 28.06.2016 - 03:52 Uhr

Italo-Western-Star Bud Spencer im Alter von 86 Jahren gestorben

RomDer italienische Schauspieler Bud Spencer ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er starb am Montag, wie sein Sohn Giuseppe Pedersoli der Deutschen Presse-Agentur in Rom bestätigte. „Er hat nicht gelitten, er hatte uns alle bei sich und sein letztes Wort war „Danke““, sagte Pedersoli der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge. Gemeinsam mit Terence Hill war Spencer, den zuletzt gesundheitliche Probleme plagten, nicht nur in Deutschland bei einem Millionenpublikum beliebt.

1929 als Carlo Pedersoli in Neapel geboren, drehte er mit Hill Filme wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ oder „Zwei Asse trumpfen auf“. Über Jahrzehnte feierte das ungleiche Duo vor der Kamera internationale Erfolge und prägte das Genre des Italo-Westerns in den 60er Jahren.

Auch 50 Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Film „Gott vergibt...Django nie!“ verband beide bis zuletzt eine tiefe Freundschaft. „Wir telefonieren oft miteinander“, sagte Spencer vor einigen Monaten im Gespräch der dpa. Wenn Hill in Italien sei, komme er stets zum Essen vorbei. „Wir beide lieben die Spaghetti al pomodoro von meiner Frau Maria“, so der Neapolitaner.

Von seinen mehr als 120 Filmen machte Spencer nur 17 gemeinsam mit Hill - dennoch wurden die beiden Haudegen vor allem als Duo weltberühmt. „Eifersüchteleien oder Neidgefühle“ habe es in der Freundschaft der beiden Kinohelden nie gegeben, schrieb Spencer in seinem Buch „Was ich Euch noch sagen wollte...“, das erst Anfang des Jahres in Deutschland erschien. „Unsere Freundschaft war entstanden, bevor wir Könige der Kinokassen geworden waren.“

„Ich hatte nie die Leidenschaft, Schauspieler zu sein“
Bud Spencer
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Der als Carlo Pedersoli geborene Italiener wurde am 31.10.1929 in Neapel geboren. Seinen 85. Geburtstag, zu dem dieses Bild entstand, feierte er in Rom.

Kein Schauspieler aus Leidenschaft
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Im einem Gespräch mit dem Fernsehsender „Kabel eins“ gestand der unangefochtene Held des Italo-Western: „Ich hatte nie die Leidenschaft oder den Wunsch, Schauspieler zu sein. Es ist deswegen unglaublich, dass ich in über 100 Filmen mitgewirkt habe. Aber ich habe irgendwann Frieden damit geschlossen, Schauspieler zu sein.“

Terence Hill und Bud Spencer
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Seine Filme wie „Sie nannten ihn Mücke“ (1978) „Plattfuß am Nil“ (1979) oder „Banana Joe“ (1981) sind bis heute legendär - wegen ihrer originellen Dialoge und den augenzwinkernden, aber dennoch perfekt durchchoreographierten Prügeleien.

Bud Spencer stellt Buch vor
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Spencer stellte im April 2011 seine Autobiografie in Berlin vor, musste dann allerdings seine Buchtour in Deutschland aufgrund eines Klinikaufenthaltes absagen.

„Spaghetti-Western“
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In Erinnerung bleiben wird Bud Spencer vor allem wegen seiner unzähligen „Haudrauf-Filme“. Die sogenannten „Spaghetti-Western“, meist an der Seite von Terence Hill, machten ihn weltberühmt. Hier eine Szene aus „Zwei wie Pech und Schwefel“.

Unzertrennlich
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Bis zu seinem Lebensende blieb Carlo Pedersoli, wie Spencer mit bürgerlichem Namen heißt, seinem alten Kumpel und Filmpartner Terence Hill verbunden. Das Duo traf sich regelmäßig zum Kochen.

Das Multitalent
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Das Leben von Bud Spencer hatte weit mehr Facetten zu bieten als die Schauspielerei. Er war nicht nur Jurist, Unternehmer, Musikproduzent, Erfinder, Rugby-Spieler, Wasserball-Nationalspieler und Frauenheld, sondern nahm auch als Leistungsschwimmer unter seinem bürgerlichen Namen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne an den olympischen Spielen teil.

Vor dem Ruhm als Schauspieler war der junge Pedersoli in den 50er Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister erfolgreich. Sogar bei Olympischen Spielen trat er an. Über Umwege kam er dann zur Schauspielerei.

Zu Deutschland, das er oft besuchte, und insbesondere zu Schwäbisch Gmünd hatte Spencer eine besondere Beziehung: Das dortige Freibad, in dem er als noch Aktiver im Sommer 1951 ins Wasser gestiegen war, trägt inzwischen seinen Namen. „Ich danke den Leuten für ihre Treue“, sagte er seinerzeit im dpa-Interview in Rom. „Besonders den Deutschen“, fügte er mit seiner sonoren Stimme auf leicht gebrochenem Deutsch hinzu.

Die Nachricht über den Tod des beliebten Schauspielers verbreitete sich schnell. Italiens Regierungschef Matteo Renzi twitterte: „Ciao Bud Spencer. Wir haben Dich lieb gehabt.“

Auch aus Deutschland kamen betroffene Reaktionen: „Harte Faust, weiches Herz, toller Mensch. Ein Held meiner Kindheit. Ruhe in Frieden Carlo Pedersoli“, schrieb Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) auf Twitter.

Nationalspieler Mesut Özil hielt fest: „Thank you for everything! R.I.P. Bud Spencer.“ Und Linken-Chef Bernd Riexinger meinte: „Gegen seine Kelle half kein Waffenschein. Bud Spencer war einfach ein cooler Typ!“

  • dpa
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