Scheitelpunkt in Wittenberg
Flut erreicht Niedersachsen

Das Hochwasser an der Elbe hat nach Angaben des Katastrophenstabs Wittenberg in Sachsen-Anhalt in der Nacht zum Donnerstag seinen Scheitelpunkt erreicht. Während hier langsam Entwarnung gegeben werden kann, zittern nun die Niedersachsen.

HB MAGDEBURG/WITTENBERG. „Wir können sagen: Von Usti bis Wittenberg ist die Scheitelwelle durch – und die Wasserstände sinken“, sagte Sprecher Rainer Schultz am Morgen. Das Elbehochwasser erreichte unterdessen am Donnerstagmorgen früher als vorhergesagt die niedersächsische Kleinstadt Hitzacker.

In der Nacht war die Elbe bei Wittenberg auf 6,21 Meter gestiegen. Am Morgen wurden 6,19 Meter gemessen. Die Lage sei sehr ernst. „Das Wasser fließt so langsam ab, dass die Deiche wohl mehrere Tage an der Belastungsgrenze sind und halten müssen“, sagte Schultz. In Magdeburg lag der Wasserstand nach Angaben des Landesbetriebs für Hochwasserschutz bei 6,20 Meter. Dort wird am Freitag der Höchststand erwartet.

In Hitzacker standen am Donnerstagmorgen einige Straßen unter Wasser. Nach Feuerwehrangaben lagen die Wasserstände bei 7,20 Meter, für den Nachmittag werden bis zu 7,30 Meter erwartet. Bürgermeister Karl Guhl hatte vor wenigen Tagen versichert, die Stadt könne 7,00 Meter ohne größere Schäden verkraften. 2002 hatte das Wasser 7,50 Meter hoch gestanden .

Die Flutwelle sei unerwartet schnell. Ursprünglich war sie erst Anfang nächster Woche erwartet worden. Nun werde der Höchststand wesentlich eher erreicht. Bei der Jahrhundertflut 2002 lag er bei 7,50 Metern und hatte Schäden in Höhe von 750 000 Euro verursacht. Vermutlich hänge der rapide Anstieg des Wassers mit der noch kargen Vegetation am Elbufer zusammen. Kräftig ausgetriebene Sträucher verlangsamten die Fließgeschwindigkeit des Flusses.

In Dresden ist das Hochwasser bis zum Donnerstagmorgen leicht gesunken. „Die Deiche sind enorm belastet und müssen immer wieder ausgebessert und verstärkt werden“, sagte ein Sprecher der Stadt am Morgen. Seit dem Höchstwert von 7,49 Meter am Dienstag sei das Wasser etwa 20 Zentimeter gesunken. „Der langsame Abfluss wird die Deiche noch Tage auf die Probe stellen.“ Der Katastrophenalarm bleibe in Sachsen deshalb bestehen. In Tschechien stieg die Zahl der Hochwassertoten unterdessen auf acht.

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