Schießerei auf Stützpunkt der US-Navy
„Es gab drei Schüsse – pop, pop, pop“

Auf einem Stützpunkt der US-Navy sind bei einer Schießerei dreizehn Menschen getötet worden, darunter der mutmaßliche Todesschütze. Hunderte Mitarbeiter versuchten, sich vor dem Schützen in Sicherheit zu bringen.
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WashingtonDas Blutbad mit 13 Toten auf einem Marine-Stützpunkt in der US-Hauptstadt Washington war nach Einschätzung der Polizei das Werk eines Einzeltäters. Es gebe keine Hinweise auf einen zweiten Schützen, erklärte Polizeichefin Cathy Lanier auf einer Pressekonferenz am Montagabend (Ortszeit). Seine Opfer sollen zwischen 46 und 73 Jahre alt gewesen sein. Mindestens drei Menschen wurden verletzt, darunter ein Polizeibeamter. Krankenhausmitarbeiter gingen jedoch davon aus, dass alle drei sich erholen würden.

Kurz nach der Tat wurde noch stundenlang nach zwei, später nach einem weiteren Täter gefahndet. Nach Angaben der Bundespolizei FBI besaß der 34 Jahre alte Täter, der ebenfalls zu den Toten zählt, einen gültigen Zugangsausweis für den Stützpunkt.

Das FBI veröffentlichte Fotos des Mannes im Internet. Er starb nach einem Schusswechsel mit der Polizei. Über die Hintergründe der Tat herrsche weiter Unklarheit, sagte Washingtons Bürgermeister Vincent Gray. Bisher gebe es aber keine Hinweise auf einen terroristischen Akt.

Bis zum Januar 2011 war der 34-Jährige aktiver Reservist der US-Marine, wie ein Pentagon-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Nach Angaben von Marinestaatssekretär Ray Mabus arbeitete der Mann in der Vergangenheit als privater Auftragnehmer für die Marine. US-Medienberichten zufolge soll er sich mit dem Ausweis eines Ex-Mitarbeiters Zugang zu dem schwer bewachten Gebäude 197 verschafft haben, wo er das Blutbad am Montag anrichtete. Er habe ein Sturmgewehr und anderen Waffen bei sich gehabt.

Schon vor der blutigen Tat war der Schütze polizeibekannt. Im September 2010 soll er durch die Decke seiner Wohnung geschossen haben und dabei fast seine Nachbarin getroffen haben, berichtete der Sender NBC. 2004 zerschoss er wutentbrannt die Reifen eines geparkten Autos, was der Schütze in eigenen Worten später als „Blackout“ beschrieb, wie die Polizei Seattle im US-Westküstenstaat Washington mitteilte. Nach Angaben seines Vaters hatte er Probleme damit, seine Wutausbrüche unter Kontrolle zu bringen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 soll er aktiv bei den Rettungsmaßnahmen mitgeholfen haben und an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten haben.

Die Schießerei ereignete sich am Morgen (Ortszeit) in Gebäude 197 auf dem Marine-Areal. In dem Kommandokomplex arbeiten rund 3000 Menschen. Der sogenannte Navy Yard ist eine mehr als zwei Jahrhunderte alte Küstenanlage der Marine am Anacostia River, die heute verschiedene Kommando- und Verwaltungsstellen beherbergt. Darunter sind auch das Büro des Admiralstabschef der Navy und ein Militärgericht. Insgesamt arbeiten dort mehr als 10 000 Menschen.

Hunderte Mitarbeiter versuchten, sich vor dem Schützen in Sicherheit zu bringen. Augenzeugen berichteten im US-Fernsehen, wie sie Schüssen des Mannes nur knapp entgingen. Ein Techniker des Geländes wurde vor den Augen eines Marine-Kommandeurs mit einem Kopfschuss niedergestreckt.

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