Schießerei auf Stützpunkt der US-Navy

„Es gab drei Schüsse – pop, pop, pop“

Auf einem Stützpunkt der US-Navy sind bei einer Schießerei dreizehn Menschen getötet worden, darunter der mutmaßliche Todesschütze. Hunderte Mitarbeiter versuchten, sich vor dem Schützen in Sicherheit zu bringen.
Update: 17.09.2013 - 09:26 Uhr 7 Kommentare

Amokläufer erschießt 13 Menschen auf Marine-Stützpunkt

WashingtonDas Blutbad mit 13 Toten auf einem Marine-Stützpunkt in der US-Hauptstadt Washington war nach Einschätzung der Polizei das Werk eines Einzeltäters. Es gebe keine Hinweise auf einen zweiten Schützen, erklärte Polizeichefin Cathy Lanier auf einer Pressekonferenz am Montagabend (Ortszeit). Seine Opfer sollen zwischen 46 und 73 Jahre alt gewesen sein. Mindestens drei Menschen wurden verletzt, darunter ein Polizeibeamter. Krankenhausmitarbeiter gingen jedoch davon aus, dass alle drei sich erholen würden.

Kurz nach der Tat wurde noch stundenlang nach zwei, später nach einem weiteren Täter gefahndet. Nach Angaben der Bundespolizei FBI besaß der 34 Jahre alte Täter, der ebenfalls zu den Toten zählt, einen gültigen Zugangsausweis für den Stützpunkt.

Das FBI veröffentlichte Fotos des Mannes im Internet. Er starb nach einem Schusswechsel mit der Polizei. Über die Hintergründe der Tat herrsche weiter Unklarheit, sagte Washingtons Bürgermeister Vincent Gray. Bisher gebe es aber keine Hinweise auf einen terroristischen Akt.

Bis zum Januar 2011 war der 34-Jährige aktiver Reservist der US-Marine, wie ein Pentagon-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Nach Angaben von Marinestaatssekretär Ray Mabus arbeitete der Mann in der Vergangenheit als privater Auftragnehmer für die Marine. US-Medienberichten zufolge soll er sich mit dem Ausweis eines Ex-Mitarbeiters Zugang zu dem schwer bewachten Gebäude 197 verschafft haben, wo er das Blutbad am Montag anrichtete. Er habe ein Sturmgewehr und anderen Waffen bei sich gehabt.

„Eine schreckliche Tragödie“
huGO-BildID: 32919939 Nii Oti-Ankrah, left, kisses his wife Sally Appiah-Ankrah as he holds their son Eilam Ankrah after she was evacuated from build
1 von 13

Nach dem Blutbad auf einer US-Marinebasis in der Hauptstadt Washington suchen Ermittler fieberhaft nach Erklärungen für die Tat – während die Menschen im ganzen Land trauern. Geschockt und erleichtert ist diese Familie: Nii Oti-Ankrah, seine Sally Appiah-Ankrah, die sich zur Zeit des Angriffs auf der Basis aufgehalten hatte, und ihr Sohn.

huGO-BildID: 32920160 A small group holds a candle light vigil on Freedom Plaza to remember the victims of the shooting at the Washington Navy Yard,
2 von 13

Auf dem Freedom Plaza versammelte sich diese Gruppe mit Kerzen, um der Opfer zu gedenken. Insgesamt kamen 13 Menschen bei dem Anschlag ums Leben.

Shooting At Washington DC Navy Yard Reportedly Leaves Thirteen Dead
3 von 13

In den USA weckte der Fall Erinnerungen an den Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Dort erschoss im November 2009 der muslimische US-Militärpsychiater Nidal Hasan 13 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Der 43-Jährige wurde dafür im vergangenen Monat von einer Militärjury zum Tode verurteilt.

Barack Obama
4 von 13

US-Präsident Barack Obama sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Zudem forderte er eine umfassende Aufklärung. Es werde alles getan, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

180977228
5 von 13

Die Fahnen – wie hier am Weißen Haus – ließ Obama als Zeichen der Trauer auf Halbmast setzen.

huGO-BildID: 32914923 U.S. Capitol Police personnel keep watch on the East Plaza of the Capitol as the investigation continues to the shooting at the
6 von 13

Sicherheitskräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt: Den Platz vor dem Capitol sicheren Polizeibeamte.

huGO-BildID: 32916024 A U.S. Park Police helicopter continues a search pattern above the scene of a shooting at the Washington Navy Yard on Monday, S
7 von 13

Ein ehemaliger Marine-Reservist hatte am Montagmorgen schwer bewaffnet ein Kommandozentrum mit 3000 Mitarbeitern betreten und das Feuer eröffnet. Acht Menschen wurden verletzt, darunter auch eine Polizist, der mit mehreren Schusswunden am Bein operiert werden musste.

Schon vor der blutigen Tat war der Schütze polizeibekannt. Im September 2010 soll er durch die Decke seiner Wohnung geschossen haben und dabei fast seine Nachbarin getroffen haben, berichtete der Sender NBC. 2004 zerschoss er wutentbrannt die Reifen eines geparkten Autos, was der Schütze in eigenen Worten später als „Blackout“ beschrieb, wie die Polizei Seattle im US-Westküstenstaat Washington mitteilte. Nach Angaben seines Vaters hatte er Probleme damit, seine Wutausbrüche unter Kontrolle zu bringen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 soll er aktiv bei den Rettungsmaßnahmen mitgeholfen haben und an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten haben.

Die Schießerei ereignete sich am Morgen (Ortszeit) in Gebäude 197 auf dem Marine-Areal. In dem Kommandokomplex arbeiten rund 3000 Menschen. Der sogenannte Navy Yard ist eine mehr als zwei Jahrhunderte alte Küstenanlage der Marine am Anacostia River, die heute verschiedene Kommando- und Verwaltungsstellen beherbergt. Darunter sind auch das Büro des Admiralstabschef der Navy und ein Militärgericht. Insgesamt arbeiten dort mehr als 10 000 Menschen.

Hunderte Mitarbeiter versuchten, sich vor dem Schützen in Sicherheit zu bringen. Augenzeugen berichteten im US-Fernsehen, wie sie Schüssen des Mannes nur knapp entgingen. Ein Techniker des Geländes wurde vor den Augen eines Marine-Kommandeurs mit einem Kopfschuss niedergestreckt.

„Er zielte hoch und traf nicht“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Schießerei auf Stützpunkt der US-Navy - „Es gab drei Schüsse – pop, pop, pop“

7 Kommentare zu "Schießerei auf Stützpunkt der US-Navy: „Es gab drei Schüsse – pop, pop, pop“"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Zitate ohne Quellenangabe.

  • Immerhin hat Welt-Online den Finger in die richtige Wunde gelegt:

    Der Vorfall weckt Erinnerungen an einen Amoklauf aus dem Jahr 2009. Damals hatte der Armeepsychiater Nidal Hasan 13 Menschen im US-Stützpunkt Fort Hood erschossen. Erst vor wenigen Wochen war vor einem Militärgericht zum Tode verurteilt worden. Während des Prozess vermuteten Gutachter als Auslöser für die Tat, dass Nadal als gläubiger Muslim in einen Gewissenskonflikt geraten war, nachdem er nach Afghanistan versetzt werden sollte.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Empfehle, diese Kommentarspalte alsbald zu schließen.

    Kommentare wie "Wer Wind säht, darf sich nicht beschweren wenn er Sturm erntet" sind doch sicher von Handelsblatt-kompatibler Sachlichkeit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%