Schießerei in Toulouse
Motorroller-Killer tötet vier Menschen vor jüdischer Schule

Der Motorroller-Killer hat offenbar eine weitere Bluttat verübt. Vor einer jüdischen Schule eröffnete er das Feuer und tötete vier Menschen. Nicolas Sarkozy sprach von einer „schrecklichen Tragödie“. Israel ist entsetzt.
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ToulouseEin Unbekannter hat am Montag vor einer jüdischen Schule in der südfranzösischen Stadt Toulouse laut Staatsanwaltschaft vier Menschen getötet und einen schwer verletzt. Der Täter floh Augenzeugen zufolge auf einem Motorroller.

Unter den Opfern sind drei Kinder. Zunächst war von drei Todesopfern und zwei Schwerverletzten die Rede gewesen. Laut Staatsanwaltschaft gibt es ernsthafte Hinweise auf eine Verbindung zu zwei früheren Mordangriffen in der Region. Die Justiz ermittelt inzwischen auch wegen des Verdachts auf Terrorismus.

Die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft in Paris nahm Ermittlungen in den drei Fällen auf, wie Staatsanwalt François Molins am Montag mitteilte. Es gehe um „Mord und versuchten Mord im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“.

In Toulouse war vor gut einer Woche ein Fallschirmjäger von einem Unbekannten erschossen worden, der ebenfalls mit einem Motorroller unterwegs gewesen war.

Bei dreien der Todesopfer handelt es sich laut Augenzeugen um einen Lehrer und seine beiden Kinder. Die Tochter des Direktors soll verletzt worden sein. Der Mann feuerte den Augenzeugen zufolge vor der jüdischen Schule Ozar Hatora von seinem Motorroller aus auf eine Gruppe von Kindern und Eltern.

„Wir sind entsetzt über diesen Angriff und wir vertrauen darauf, dass die französischen Behörden diese Tragödie vollständig aufklären und die Täter vor Gericht bringen“, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sprach von einer „schrecklichen Tragödie“. Dem Sender RFO sagte er: „Die gesamte französische Republik ist berührt von diesem entsetzlichen Drama.“ Sarkozy kündigte an, dass er noch am Vormittag nach Toulouse fahren werde, wo sich die Gewalttat am Morgen ereignet hatte.

Auch der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande kündigte an, aus „Solidarität“ in die Stadt reisen zu wollen. Innenminister Claude Guéant wollte noch am Vormittag in die südfranzösische Stadt fahren. Die französische Regierung ordnete nach der Tat eine verschärfte Überwachung aller jüdischen Schulen im Land an.

Das israelische Außenministerium hat sich schockiert über die blutige Schießerei geäußert. „Wir verfolgen die Nachrichten aus Frankreich mit Entsetzen“, sagte Außenamtssprecher Jigal Palmor am Montag. „Wir vertrauen den französischen Behörden und sind sicher, dass sie dieses Verbrechen aufklären und die Täter vor Gericht bringen werden.“

Am Sonntag vor einer Woche hatte ein Unbekannter von einem Motorroller aus in Toulouse einen Fallschirmjäger erschossen, der in Zivil unterwegs war. Wenige Tage später tötete im 50 Kilometer entfernten Montauban ebenfalls ein Motorrollerfahrer zwei weitere Fallschirmjäger, die gerade Geld von einem Bankautomaten abheben wollten. Ein dritter Fallschirmjäger wurde bei dem Angriff schwer verletzt.

Die Schüsse stammen in beiden Fällen aus derselben Waffe. Der Täter ging immer ähnlich vor: er schoss auf offener Straße und mitten am Tag gezielt auf seine Opfer. Bei dem Täter handele es sich „wahrscheinlich“ um einen „Verrückten“, sagte Verteidigungsminister Gérard Longuet bevor die Tat in Toulouse bekannt wurde. Allerdings wolle er auch nicht ausschließen, dass es sich um ein terroristisches Verbrechen handele, fügte Longuet im Sender LCI hinzu.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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