Schießtourismus in den USA
Junggesellenabschied in „Desert-Storm-Atmosphäre“

Mit einer Uzi erschoss eine Neunjährige einen Schießlehrer in Arizona. Der tragische Tod lenkt den Blick auf einen wachsenden Zweig des US-Tourismus: Gruppen- und Familienreisen zu den Schießanlagen der Nation.
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Las VegasSie kommen von überall, wo es restriktive Waffengesetze gibt - aus Asien, Australien und Europa. Ihr Ziel: Die US-Staaten Nevada und Arizona, wo auf Schießplätzen auch schon Kinder unter Aufsicht an tödliche Schusswaffen herangelassen werden. Junggesellenabschiede feiert man neuerdings im Schützengraben, die Betreiber der Schießanlagen richten sogar Hochzeitsfeiern aus, bei denen die Gäste die Kugeln fliegen lassen.

„Die Leute wollen hier die Erfahrungen machen, die sie zu Hause nicht machen können“, erklärt Genghis Cohen, Betreiber von „Machine Guns Vegas“ das Phänomen des Schießtourismus. Vor allem mit Kinofilmen würden seine Kunden heiß gemacht: „Es gab in den vergangenen 30 Jahren keinen einzigen Actionfilm ohne Maschinenpistole“, sagt er.

Was für viele Amerikaner ein harmloser Freizeitspaß ist, wird für die Touristen aus dem Ausland zum Höhepunkt der Reise: Einmal mit einer automatischen Waffe zu schießen, zu der man zu Hause höchstens als Soldat Zugang hat. In Nevada dürfen unter Aufsicht sogar Achtjährige mit Maschinenpistolen ballern, und zwar mit scharfer Munition.

Seit den 1980er-Jahren boomen die Schießparks vor allem rund um Las Vegas aber auch anderswo in Nevada und Arizona, wo die Waffengesetze besonders lax sind. Was allerdings am Montag in White Hills im Staat Arizona 100 Kilometer südlich von Las Vegas passierte, lässt sogar US-Waffennarren kurz innehalten.

Der erfahrene Schießlehrer Charles Vacca brachte einem neunjährigen Mädchen bei, mit einer israelischen Uzi-Maschinenpistole zu schießen. Das Kind feuerte eine Salve ab, der Rückstoß riss den extrem kurzen Lauf der Waffe in die Höhe und Vacca wurde tödlich in den Kopf getroffen. Die Staatsanwaltschaft hat nicht vor, in dem Fall Anklage zu erheben, für sie ist es ein tragischer Unfall.

Trotzdem üben die Schießparks rund um Las Vegas noch mal eine ganz andere Faszination auch auf waffengewohnte US-Amerikaner aus. In Anlehnung an die Golfkriege werben sie mit authentischer „Desert Storm-Atmosphäre“. Regelrechte Schützengräben haben die Betreiber in den Wüstensand rund um die Spielerstadt gebuddelt, und spielerisch wird hier mit tödlichen Waffen umgegangen.

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Junggesellenabschied in „Desert-Storm-Atmosphäre“

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„Schusswaffen sind ein Teil der amerikanischen Kultur“

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