Schiffs-Havarie
Neue Anschuldigungen gegen Concordia-Kapitän

Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ soll vor knapp zwei Jahren in Warnemünde einem Aida-Schiff gefährlich nahe gekommen sein. Aida Cruises, ein Tochter-Unternehmen der Costa-Reederei, widerspricht.
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Der „Costa Concordia“-Kapitän Francesco Schettino soll bereits vor knapp zwei Jahren in Warnemünde ein gefährliches Manöver gefahren sein. Das berichtet die Turiner Zeitung „La Stampa“ am Freitag.

Den Ermittlungsprotokollen zur Havarie der „Costa Concordia“ sei zu entnehmen, dass Schettino am 4. Juni 2010 als Kommandant des Kreuzfahrtschiffes „Costa Atlantica“ bei der Einfahrt in den Hafen des Ostseebades die dort vertäute „Aida Blu“ beschädigt und sich dem Kapitän des Schiffes gegenüber dann in „unangemessenem Ton“ geäußert habe, berichtet das Blatt.

Der Geschäftsführer der Reederei Aida Cruises in Rostock, Hans-Jörg Kunze, widersprach der Darstellung. Es habe keine Schiffsberührung gegeben. Auch von einem Streit wisse er nichts. Die „Aida Blu“ sei an ihrem Liegeplatz bereits fest vertäut gewesen, als die „Costa Atlantica“ an dem Schiff vorbeifuhr.

Dabei sei eine Sogwirkung entstanden, so dass sich die „Aida Blu“ bewegte. Die ausgefahrene Laderampe sei dabei leicht beschädigt worden, es habe Kratzer im Metall gegeben. So etwas passiere im Alltag. „Der Vorfall wird nicht angemessen dargestellt“, meinte Geschäftsführer Kunze. Aida Cruises mit Sitz in Rostock ist eine Tochtergesellschaft der Reederei Costa Crociere.

Dem Zeitungsbericht zufolge ist das Kreuzfahrtschiff „Costa Atlantica“ fast acht Knoten schnell in den Hafen gefahren. Auf Nachfrage seiner Reederei Costa Crociere habe Schettino zu Protokoll gegeben, von einer Geschwindigkeitsbegrenzung nichts gewusst zu haben und dafür auch nicht belangt worden zu sein. Kunze konnte zu einer möglichen Geschwindigkeitsüberschreitung nichts sagen.

Aber auch das Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere selbst, steht zur Zeit scharf in der Kritik. So berichtet ein Besatzungsmitglied, das 2010 zwei Monate lang auf der „Costa Concordia" arbeitete, in den Unterlagen der Ermittlungen zur Havarie des Kreuzfahrtschiffes vor der italienischen Küste: „Die Offiziere und Besatzungsmitglieder waren sehr oft betrunken."

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