Schiffsunglück in Norwegen
Suche nach vermissten Seeleuten aufgegeben

Die Suche nach Überlebenden des Frachterunglücks vor der norwegischen Küste ist eingestellt worden. Nach Meinung der Rettungsdienste gibt es keine Chancen mehr, die vermissten Seeleute lebend zu finden.

HB BERGEN. Nach dem Kentern der „Rocknes“ wurden am Dienstag noch 15 Seeleute vermisst. Bislang fanden die Helfer drei Tote. Zwölf Seeleute konnten gerettet werden. Die mit Steinen beladene „Rocknes“ war am Montag auf dem Weg nach Deutschland nur wenige hundert Meter vom Ufer entfernt aus noch ungeklärter Ursache gekentert.

„Wir gehen davon aus, dass keine Möglichkeit mehr besteht, noch Überlebende zu finden. Jetzt suchen wir nach den Leichen“, sagte ein Sprecher der Rettungsdienste. Ein anderer Sprecher sagte, es gebe keinen Sauerstoff mehr in dem kieloben treibenden Schiffsrumpf. Unter den Toten seien 16 Philippiner, ein Deutscher und ein Norweger, teilte die Polizei mit.

Drei Überlebende konnten in der Nacht zum Dienstag durch ein Loch geborgen werden, das Helfer in den Rumpf des Schiffes schnitten. Die Eingeschlossen hatten fast sieben Stunden lang gerufen und gegen die Bordwand geschlagen. Durch eine kleine Öffnung schoben sie Notizen. Auf einer stand: „Beeilt euch, mein Freund stirbt.“ Mitarbeiter des Roten Kreuzes und des Katastrophenschutzes suchten die Küste nach den Seeleuten ab. In Bergen wurden als Zeichen der Trauer Fahnen auf Halbmast gesetzt.

Nach Angaben der Rettungskräfte gab es am Dienstag keine weiteren Lebenszeichen aus dem 166 Meter langen Schiff, das 2001 in Deutschland gebaut wurde und einer norwegischen Reederei gehört. Die von dem Schiff geladenen Steine sollten bei der Verlegung von Untersee-Pipelines und -Kabeln eingesetzt werden.

Die Reederei Jebsen Management AS, Atle Jebsen, teilte mit noch sei unklar, warum die „Rocknes“ kenterte. Augenzeugen hätten berichtet, an einer Seitenwand des Rumpfes seien große Einschnitte zu sehen gewesen. Dies deute darauf hin, dass das Schiff auf Grund gelaufen sein könnte, dadurch die Ladung in Bewegung geraten sei und die „Rocknes“ schließlich Schlagseite bekommen habe. Der Frachter sei zuletzt im vergangenen Jahr von norwegischen Behörden überprüft worden.

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