Schily sieht ernsthafte Gefahr
Vogelgrippe zieht gen Westen

Die Vogelgrippe breitet sich in Russland weiter Richtung Westen aus und könnte einem Experten zufolge in den kommenden Monaten auch Europa erreichen. Schily sieht darin eine ernsthafte Gefahr - auch für die Bundesrepublik.

HB MOSKAU. Die Regierung sperrte am Montag Straßen und ließ hunderte Vögel töten, nachdem das Virus erstmals in der Industrieregion Tscheljabinsk im Ural nachgewiesen wurde. Es war unklar, ob es sich dabei um das auch für den Menschen gefährliche H5N1-Virus handelte. Bislang war die Krankheit in fünf östlicheren Regionen Sibiriens ausgebrochen. Der oberste staatliche Seuchenexperte Gennadi Onischtschenko warnte in einem Brief an örtliche Behörden, Zugvögel könnten das Virus in den europäischen Teil Russlands schleppen. Die Vogelgrippe trat erstmals Mitte Juli in Russland auf.

Um die Vogelgrippe einzudämmen, sind in den betroffenen russischen Gebieten bereits zehntausende Vögel getötet worden. Seit Ende 2003 sind in Südostasien mehr als 50 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Experten befürchten eine Influenza- Epidemie, sollte sich das Virus so verändern, dass es direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Bundesinnenminister Otto Schily sieht in der sich weiter ausbreitenden Vogelgrippe eine ernsthafte Gefahr auch für die Bundesrepublik. Nach allem, was über die Vogelgrippe aus Südostasien bekannt sei, handele es sich um eine Gefahr, die man ernst nehmen müsse, sagte Schily am Montag in Berlin. Von der Vogelgrippe gingen vermutlich ganz erhebliche Gefahren für die Menschen aus. Schily äußerte die Erwartung, dass sich die Bundes- und Landesbehörden auf diese Krankheit vorbereiteten und alle notwendigen Maßnahmen ergriffen.

Die russische Regierung hatte am Montag Straßen gesperrt und Hunderte Vögel töten lassen, nachdem das Virus erstmals in der Industrieregion Tscheljabinsk im Ural nachgewiesen wurde. Es war unklar, ob es sich dabei um das auch für den Menschen gefährliche H5N1-Virus handelte. Bislang war die Krankheit in fünf östlicheren Regionen Sibiriens ausgebrochen. Die Vogelgrippe trat in Russland erstmals Mitte Juli auf. Zugvögel schleppen die Erkrankung nach Expertenangaben immer weiter nach Westen.

Die Bundesregierung hatte angesichts der Ausbreitung der Vogelgrippe in Asien bereits vergangene Woche an Reisende appelliert, die Schutzmaßnahmen gegen ein Einschleppen der Seuche nach Deutschland zu beachten. So sollten sie direkte Tierkontakte vermeiden und auf den Besuch von Geflügelmärkten verzichten. Geflügelfleisch und -produkte sollen nur in gekochtem oder durchgebratenem Zustand gegessen werden. Die Einfuhr von Geflügel, anderen Vögeln oder Geflügelprodukten wie auch Federn aus den betroffenen Ländern ist verboten.

Die Geflügelpest war in Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Malaysia, Pakistan, Südkorea, Thailand, Vietnam, China, Kasachstan und im russischen Sibirien aufgetreten.

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