Schlag gegen Drogenkartell in Mexiko
Möglicher Nachfolger von Drogenboss „El Chapo“ gefasst

Seit der Festnahme von „El Chapo“ tobt ein blutiger Machtkampf um sein Erbe. Nun ist einer seiner möglichen Nachfolger in Mexiko-Stadt festgenommen worden. „El Licenciado“ war die rechte Hand von Guzmán.
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Mexiko-StadtIn Mexiko ist einer der Anführer des Drogenkartells von Sinaloa gefasst worden. Soldaten hätten Dámaso López Núñez alias „El Licenciado“ festgenommen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mit. Medienberichten zufolge wurde er am frühen Morgen in einem ruhigen Wohnviertel in Mexiko-Stadt gestellt.

López Núñez war einer der meistgesuchten Verbrecher des lateinamerikanischen Landes. Die Generalstaatsanwaltschaft wollte gegen Mittag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz Details über die Festnahme bekanntgeben.

„El Licenciado“ (Der Akademiker) galt als ein möglicher Nachfolger des Anfang des Jahres in die USA ausgelieferten Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán. Er soll zuletzt mit den Söhnen von „El Chapo“ um die Macht im Sinaloa-Kartell gekämpft haben. Allein im Bundesstaat Sinaloa kamen seit Jahresbeginn bei internen Revierkämpfen über 140 Menschen ums Leben.

Jesús Alfredo und Iván Archivaldo Guzmán hatten im Februar erklärt, „El Licenciado“ habe ein Attentat auf sie geplant. Er habe sie unter dem Vorwand einer Aussprache in einen Hinterhalt gelockt, schrieben die Söhne von „El Chapo“ in einem Brief an die Medien. Bei dem Anschlag sei ein Leibwächter der Familie Guzmán ums Leben gekommen.

Nach zwei spektakulären Ausbrüchen aus Hochsicherheitsgefängnissen war Guzmán Anfang des Jahres an die USA ausgeliefert worden. Derzeit wird ihm in New York der Prozess gemacht. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

López Núñez war vor seiner kriminellen Karriere ein ranghoher Justizvollzugsbeamter. Er soll „El Chapo“ 2001 bei dessen erstem Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis Puente Grande in Jalisco geholfen haben. Guzmán entkam damals versteckt in einem Wäschewagen. Kurz vor Guzmáns damaliger Flucht kündigte López Núñez als stellvertretender Sicherheitschef der Haftanstalt und schloss sich dem Sinaloa-Kartell an.

Das Finanzministerium in Washington setzte López Núñez 2013 auf die Schwarze Liste und verbot US-Bürgern jede Art von Geschäftsbeziehung mit ihm. Er sei einer der wichtigsten Männer des Drogenkartells, hieß es damals in der Mitteilung der US-Behörden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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