Schlamperei
Russlands Marine räumt Versagen bei U-Boot-Havarie ein

Die russische Marine hat am Freitag erstmals eingeräumt, bei der Rettung des im Pazifik havarierten Mini-U-Bootes versagt zu haben.

HB MOSKAU. „Nach dem „Kursk'-Unglück haben wir zwar die neueste Ausrüstung gekauft, wir konnten sie jedoch wegen Schlamperei nicht in Kamtschatka anwenden“, sagte der Stabschef der russischen Marine, Admiral Wladimir Masorin, anlässlich des fünften Jahrestages des Untergangs des Atom-U-Boots „Kursk“.

Zur Rettung des Mini-U-Boots habe zwar ein spezielles Rettungsboot bereitgestanden, sagte Masorin, Russlands zweithöchster Admiral. Allerdings seien diejenigen, die das Boot hätten bedienen können, gerade im Urlaub gewesen.

Das Mini-U-Boot, das am vergangenen Wochenende vor der Halbinsel Kamtschatka in einer Tiefe von 190 Metern auf dem Meeresgrund festsaß, konnte schließlich dank eines britischen Tauchroboters gerettet werden. Alle sieben U-Boot-Insassen überlebten. Die 118 Besatzungsmitglieder der „Kursk“, die im August 2000 in der Barentssee auf Grund lief, kamen indes alle ums Leben. Damals war die russische Marine scharf kritisiert worden, weil offenbar zu spät um ausländische Hilfe gebeten wurde.

Masorin leitet die Ermittlung nach der U-Boot-Havarie. Medien haben ihn bereits als Nachfolger des Chefs der russischen Marine, Wladimir Kurojedow, gehandelt. Es wurde darüber spekuliert, dass Kurojedow als Konsequenz aus der Havarie zurücktreten werde.

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