Schlecht gelaunt
Studium macht jeden fünften Studenten depressiv

Kleine Krisen im Uni-Alltag führen bei jedem fünften Studenten zu Depressionen.

Persönliche Krisen wie der Tod eines guten Freundes oder der Verlust des Arbeitsplatzes können Depressionen auslösen. Das weiß man. Aber dass das Studium auf viele junge Menschen wie eine Krise wirkt und sie mit einer Depression reagieren, ist weniger bekannt.

Eine Studie der Uni Münster fand heraus, dass etwa 20 Prozent der Studenten an psychischen Beeinträchtigungen wie depressiven Verstimmungen und Prüfungsängsten leiden. „Auslöser kann der Studienbeginn oder eine nicht bestandene Prüfung sein“, weiß der Kinder- und Jugendpsychiater Jan Hendrik Puls, Kinder- und Jugendpsychiater. Kritisch wird es allerdings, wenn Niedergeschlagenheit und die „Keinen-Bock-zu-gar-nichts“-Stimmung auch nach zwei bis sechs Wochen nicht verschwinden. Dann sollte man einen Arzt aufsuchen, rät Puls.

Nur der Fachmann kann feststellen, ob sich hinter der miesen Laune eine behandlungsbedürftige Depression verbirgt. Denn die Symptome sind vielfältig. Bei jungen Erwachsenen kann das Gefühl von „Alles ist egal“ entstehen. Manche Menschen klagen über Apathie, andere werden rastlos. Häufig sind auch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Ängste, Selbstzweifel und Leistungsabfall. Viele Betroffene hegen Selbstmordgedanken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Depressionen als eine der schlimmsten Krankheiten, unter denen Menschen leiden können. Trotzdem wird nur jede zweite Depression richtig diagnostiziert. Viele Betroffene versuchen über Jahre ihre Probleme zu verbergen. 15 Prozent aller schwer Depressiven bringen sich um. Dabei sind die Behandlungsmethoden heute gut, die Heilungsrate ist hoch. Besonders, wenn die Depression früh erkannt wird.

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