Schleswig-Holstein
Nervensäge trieb Nachbarn fast in den Wahnsinn

Pizza, eine Ladung Kies, Medikamente und Getränke: Bei 35 Firmen hat ein Mann aus dem schleswig-holsteinischen Rendsburg für seinen Nachbarn Lieferungen bestellt, die der gar nicht wollte. Als sich der ungewollt Belieferte erfolgreich juristisch zur Wehr setzte, zog der Querulant dagegen bis vors Verfassungsgericht.

HB KARLSRUHE. Nach Angaben der Bundesrichter in Karlsruhe fühlte sich die Nervensäge von seinem Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus „belästigt“. Mehrfach habe er für sein Opfer Heizöl geordert, die Lkw-Ladung Kies sei angeliefert und auf dem Grundstück abgekippt worden. Mitarbeiter des Recyclinghofs wollten die Couch des Nachbarn zur Entsorgung abholen, einmal klingelte der Sanitär-Notdienst wegen angeblich verstopfter Toiletten. Das Opfer behauptet sogar, einmal sei ein Pfarrer zur letzten Ölung erschienen.

Das Amtsgericht Rendsburg verurteilte den Querulanten wegen Betrugs und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe, weil der Stress den Nachbarn krank gemacht hatte: Er musste sich wegen Nervosität und Schlafstörungen monatelang mit Psychopharmaka behandeln lassen. Der Querulant wollte die Strafe nicht akzeptieren und klagte bis nach Karlsruhe - ohne Erfolg. Die Verfassungsrichter nahmen seine Beschwerde nicht zur Behandlung an. Die Verurteilung sei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden und verletze nicht das Willkürverbot.

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