„Schlipslos oberste Form der Nonchalance“
Büro-Kleidung bei Hitze

Allzu freizügige und lässige Kleidung ist in vielen deutschen Büros trotz tropischer Hitze tabu. Doch auf Krawatten, edle Schuhe und langärmlige Hemden bestehen die meisten Chefs nach einer dpa-Umfrage bei steigenden Temperaturen nicht ausdrücklich.

HB/dpa HAMBURG. „Schlipslos ist schon die oberste Form der Nonchalance“, sagte etwa ein Sprecher der Mainzer Staatskanzlei. Feste Kleiderregeln gibt es meist nicht. „Da weiß jeder Mitarbeiter für sich, wie er das zu regeln hat“, sagte der Sprecher von Bertelsmann, Oliver Fahlbusch, in Gütersloh. Einige Mitarbeiter verzichteten an heißen Tagen schon mal auf die Krawatte, sagte Fahlbusch. „Wir haben schon seit längerem den so genannten casual friday, zu dem unsere Mitarbeiter auch mit Jeans und Jackett am Arbeitsplatz erscheinen dürfen.“

Wie die Techniker Krankenkasse in Hamburg halten es die meisten Unternehmen in Deutschland: „Ich halte es für ausgeschlossen, dass ein Mitarbeiter einen Kunden in kurzer Hose bedient“, sagte der Sprecher. Krawattenzwang wie bei einer Bank herrsche aber nicht. Gegen Sandalen sei an besonders heißen Tagen nichts einzuwenden.

Der Sprecher des Tourismuskonzerns Tui in Hannover, Bernd Rimele, sagte, selbst bei 30 Grad habe er in der Kantine noch keine kurzen Hosen gesehen. Bauchfreie Oberteile seien aber in Ordnung - wenn der Bauch es zulasse. Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) hielt die Rathaus-Mitarbeiter per Anweisung zu „angemessener Kleidung“ an.

Beim Sportwagenhersteller Porsche in Stuttgart dürfen die Arbeiter auch in kurzen Hosen die Wagen am Band zusammenbauen - doch nur in der einheitlich grauen Arbeitskleidung. Eine Porsche-Einheitshose darf nach Angaben eines Sprechers durchaus gekürzt werden - „wenn sie umsäumt ist“. Die lockerste Bekleidung dürften derzeit die streikenden Metaller im Osten haben: Ob kurze Hosen oder bauchfrei ist beim Streik völlig egal.

Einen der kühlsten Arbeitsplätze haben die Führer in der Tropfsteinhöhle im sächsischen Syrau. Bei zehn Grad im Innern der Höhle kommen die Besucher regelmäßig ins Frösteln - während die Führer die Kühle zu schätzen gelernt haben. „Temperaturschwankungen machen uns Höhlenführern nichts mehr aus“, sagte Birgit Karge. Sie steige sogar mit Sommerkleidung hinab.

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