Schlosshotel Velden
Schloss am Wörthersee verkauft

Serienstar und Treffpunkt der Reichen: Das Schloss am Wörthersee wechselt schon wieder den Besitzer. Die Bank, der es gehörte, kann es sich längst nicht mehr leisten.
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VeldenEs war einmal eine Bank, in diesem Fal die Bayerische Landesbank. Die wollte genauso wie ihre Kollegen von den anderen Landesbanken auch einmal ein Schloss ihr Eigen nennen. Lange schaute sie sich um und fand nichts, was beispielsweise so schöne Objakte wie das Schloss Krickenbeck an der holländischen Grenze, das dummerweise schon der westdeutschen Landesbank gehört, in den Schatten stellen konnte.

Dann aber entdeckten auch die Bayern ihren Schatz: und zwar am Wörthersee im schönen Velden. Dort zogen sie als neue Besitzer in ein Schlösschen ein. Ätsch - konnten sie nach Düsseldorf zu den WestLB-Eigentümern rufen: Unser Schloss war schon im Fernsehen  -  als Titelheld einer gleichnamigen Serie. Damals, im Jahr 2007 ging so etwas noch. Damals war die Welt noch in Ordnung war und die Bayern hatten gerade in einer halsbrecherischen Aktion die österreichische Hypo-Alpe-Adria Bank gekauft, die vorher der Besitzer des Schlosses gewesen war.

Wie die Geschichte ausgeht, ist geläufig: schlecht. Die Bayern mussten ihre österreichischen Prachtinvestitionen wieder zurückgeben, weil sie sich zum Fass ohne Boden entwickelten. Das Schloss mit seinen 105 Zimmer, Suiten, dem dem Restaurant „Seespitz“ und den  21 Appartements, in denen schon Größen wie Roy Black geschlummert haben, war wieder im Besitz der Hypo Alpa Adria. Sie doktert seither am Verkauf herum und meldet jetzt Vollzug: die Amisola AG soll neuer Schlossherr werden. Das Unternehmen gehört zum Firmenreich des Milliardärs Karl Wlaschek, einem der reichsten Männer Österreichs. Er war der Gründer der Lebensmittelkette Billa, die er für einen Milliardenbetrag an die Kölner Rewe-Gruppe verkauft hatte.Betreiber des Schlosshotels wird die Falkensteiner Hotelgruppe, ein erfolgreiches Familienunternehmen, das einige Dutzend Hotels vor allem in Österreich und Kroatien betreibt.

Hypo Alpe Adria und Karl Wlaschek sagen nichts zum Kaufpreis. Als realistisch gilt ein Betrag von 50 bis 60 Millionen Euro. Die Kärntner Bank hat als Eigentümer des verlustreichen Hotels am Wörthersee etwa 100 Millionen Euro verloren, was besonders weh tat, weil sie als Bank auch nicht dauerhaft erfolgreicher war.

Dass dieses Märchen nun tatsächlich gut ausgeht, ist aber  nicht unbedingt eine Gestzmäßigkeit. Es ist nämlich  schon der dritte Versuch der Hypo-Alpe-Adria-Bank  das Prachtstück loszuwerden - womit klar wird: Wir können vielleicht mit weiteren Folgen der Geschichte vom Schloss am Wörthersee rechnen.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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