Schlüsselfigur im Watergate-Skandal
„Deep Throat“ ist tot

Er war eine Schlüsselfigur im Warergate-Skandal und trug wesentlich zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon 1974 bekannt. Jetzt ist der frühere FBI-Vizechef Mark Felt im Alter von 95 Jahren gestorben. Bekannter als sein richtiger Namen wurde das Pseudonym, unter dem er vertrauliche Informationen an die Presse weitergab.

dpa WASHINGTON. Die Schlüsselfigur im Watergate-Skandal, der als „Deep Throat“ bekanntgewordene frühere FBI-Vizechef Mark Felt, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Felt, dessen Enthüllungen letztlich 1974 zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon führten, starb am Freitag in Santa Rosa im Bundesstaat Kalifornien, wie die „New York Times“ unter Berufung auf die Familie berichtete. Der Ex-FBI-Mann hatte sich 2005 nach mehr als drei Jahrzehnten als der geheimnisumwitterte Informant namens „Deep Throat“ geoutet.

Mit seinen Informationen gab Felt seinerzeit den Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein von der Zeitung „Washington Post“ den entscheidenden Hinweis, den Skandal aufzurollen und zu enthüllen, dass Helfer Nixons 1972 in das Wahlkampfhauptquartier der Demokraten im Watergate-Hotel von Washington eingebrochen waren. Zugleich lösten sie damit den größten politischen Skandal der US-Nachkriegsgeschichte aus und gaben den Anstoß zum Sturz Nixons.

Der Skandal und die Enthüllungen durch „Deep Throat“ - der Name war aus einem Pornostreifen entliehen - wurden später im berühmten Politkrimi „Die Unbestechlichen“ mit Dustin Hoffmann (Bernstein) und Robert Redford (Woodward) verfilmt. „Folge dem Weg des Geldes“, rät der ominöse Informant „Deep Throat“ darin in einer der Schlüsselszenen in einer Tiefgarage. Um einem Amtsenthebungsverfahren („Impeachment“) zu entgehen, verließ Nixon verbittert und gebrochen das Weiße Haus. Zuvor hatte er immer wieder seine „völlige Unschuld“ bekundet.

Der Watergate-Skandal begann, als Einbrecher in dem Hotel ein Abhörmikrofon austauschen wollten und dabei ertappt wurden. Einer der Festgenommenen hatte Verbindungen zur Republikanischen Partei von Nixon, was Spekulationen über einen Polit-Skandal anheizte. Das Weiße Haus stritt zunächst jede Kenntnis ab, doch brachten Woodward und Bernstein immer neue schmutzige Tricks ans Licht, die im Weißen Haus und wohl mit Wissen Nixons ausgeheckt worden waren. Sie beriefen sich dabei stets auf „Deep Throat“. Zunächst wurden mehrere Berater Nixons wegen Behinderung der Justiz verurteilt. Belastendes Tonbandmaterial aus dem Weißen Haus besiegelte schließlich auch das Schicksal des Präsidenten. Nixon trat am 9. August 1974 zurück.

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