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Schluss mit lustig

Die millionenschwere Schadenersatzklage von drei rumänischen Dorfbewohnern gegen den Kinohit „Borat“ ist zunächst vertagt worden. Bei einer ersten Anhörung in New York verpflichtete US-Bundesrichterin Loretta Preska am Montag die Rechtsanwälte der Kläger, ihre Vorwürfe genauer zu begründen. Die beschuldigte Filmverleihfirma 20th Century Fox hat dann bis zum 8. Januar Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Erst danach wird entschieden, ob und wann es zu einem Verfahren kommt.

dpa NEW YORK/BUKAREST. Die drei Rumänen aus dem Karpatendorf Glod, in dem Szenen des Films gedreht wurden, fühlen sich von dem britischen Filmemacher und Satiriker Sacha Baron Cohen verunglimpft und betrogen. Sie verlangen deshalb von der Verleihfirma und beteiligten Produktionsunternehmen Schadenersatz in Höhe von 30 Mill. Dollar (22,6 Mill. Euro).

„Den Leuten in Glod wurde gesagt, es geht um einen Dokumentarfilm über ihren Ort, man hat ihnen Hilfe versprochen“, sagte US-Anwalt Ed Fagan, der die Kläger gemeinsam mit dem Münchner Rechtsanwalt Michael Witti vertritt. Die beiden waren auch schon bei Verfahren um Entschädigungsfonds für NS-Zwangsarbeiter sowie bei Klagen wegen des umstrittenen Medikaments Lipobay aufgetreten.

Anwalt Slade Metcalf machte im Auftrag von 20th Century Fox vor allem formale Bedenken gegen die Klage geltend. Wegen der rumänischen Staatsbürgerschaft der Betroffenen greife das US-Recht zum Teil gar nicht. Dagegen forderte Fagan vergeblich, die mit den Dorfbewohnern abgeschlossenen Verträge vorzulegen. „Diese Leute, die ja kein Englisch sprechen, haben uns gesagt: Wir haben etwas unterschrieben, aber wir haben die Dokumente nie bekommen.“

In der Satire „Borat“, die Ende Oktober ihre Europa-Premiere in London feierte, geht es um einen kasachischen Reporter (Cohen), der durch die USA reist. Mit seinen rassistischen, antisemitischen und schwulenfeindlichen Sprüchen bringt er Menschen aus dem echten Leben dazu, ihren Vorurteilen freien Lauf zu lassen. Der Film soll als Gesellschaftskritik an den Vereinigten Staaten verstanden werden.

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