Schmerzensgeld für Kindsmörder
Gäfgen-Anwalt: „Signal für die Menschenwürde“

Der Entführer und Mörder des Bankiers-Sohn Jakob von Metzler bekommt ein Schmerzensgeld von 3000 Euro. Seine Menschenwürde sei durch die Ermittler verletzt worden. Polizisten kritisieren das Urteil.
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FrankfurtDas Land Hessen muss dem zu lebenslanger Haft verurteilten Kindsmörder Magnus Gäfgen eine Entschädigung von 3.000 Euro zahlen. Das Frankfurter Landgericht sprach dem 36-Jährigen am Donnerstag Schadenersatz zu, wies seine Klage auf Schmerzensgeld jedoch ab. Die Polizeigewerkschaften und der Opferverband Weißer Ring kritisierten das Urteil. Gäfgens Anwalt begrüßte die Entscheidung derweil als „wichtiges Signal für die Menschenrechte“. 

Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer sagte dem Fernsehsender n-tv, im Rechtsstaat Deutschland müssten Menschenwürde, Folterverbot und Gleichheit aller auch für Verurteilte gelten. „Das ist das Signal des heutigen Tages.“ Der Heidelberger Strafrechtler Thomas Hillenkamp betonte: „Das Urteil mag nicht dem Rechtsgefühl des Menschen auf der Straße entsprechen“, doch rechtsstaatlich betrachtet müsse Gäfgen eine Entschädigung erhalten.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, kritisierte, das Urteil sei emotional nur sehr schwer erträglich. Die Entscheidung dürfe nicht zur Folge haben, dass die Polizei in Vernehmungen nicht mehr intensiv nachfragen dürfe. 

Auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, monierte: „Das Urteil lässt die eigentliche ungeheuerliche Tat - die Ermordung eines Kindes - in den Hintergrund treten.“ Die Justiz sei dem Ansinnen des Täters, sich als Opfer darzustellen nachgekommen. 

Gäfgen hatte das Land verklagt, weil ihm ein Polizist nach seiner Festnahme Gewalt angedroht hatte, um das Versteck des entführten Bankierssohns Jakob von Metzler zu erfahren. Die Polizei dachte damals, der Elfjährige sei noch am Leben, aber in höchster Gefahr. In Wirklichkeit war Jakob von Metzler zu dem Zeitpunkt schon tot. Gäfgen führte die Polizei schließlich zu der Leiche. Der damalige Jurastudent wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, außerdem stellte der Richter die besondere Schwere der Schuld fest.

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Kommentare zu " Schmerzensgeld für Kindsmörder: Gäfgen-Anwalt: „Signal für die Menschenwürde“"

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  • Ich stimme wohl zu, dass geltendes Recht auch für Schwerverbrecher Anwendung findet. Mehr als lächerlich ist jedoch der Fakt, dass hier Entschädigung für "Androhung von Gewalt" gezahlt wird. Und selbst wenn er grob angefasst wurde, ist das mehr legitim um das Leben des Opfers zu retten. Soll die Polizei ihn mit Samthandschuhen anfassen und höflichst nach dem Verbleib des Opfers bitten?! Unglaublich! Meine tiefste Verachtung für diese Flachzange

  • es ist unheimlich, was hier passiert. Wo leben Wir eigentlich. Da kann man mal sehen was für eine Richterliche Sumpflandschaft hier in Deutschland existiert. Die verantwortlichen sollten sich schämen.

  • Ich befürchte, dass hier mal wieder "Im Namen des Volkes" "Recht" gesprochen wurde. Ich lege großen Wert darauf, das ich damit nicht gemeint sein kann.

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