Schmuckraub
Französische Diebe haben Gold im Visier

In Frankreich haben sich ganze Diebesbanden auf Goldschmuck spezialisiert. Besonders Juwelierläden sind im Visier von Räubern. Die Polizei entdeckte nun eine Werkstätte zum Einschmelzen des Edelmetalls.
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ParisAngesichts der steigenden Goldpreise haben sich in Frankreich inzwischen ganze Diebesbanden auf den Raub von Goldschmuck spezialisiert. Die Polizei hob nun im Großraum Paris auch eine Werkstätte zum Einschmelzen des wertvollen Diebesgutes aus, wie es am Mittwochabend aus Ermittlerkreisen und aus dem Innenministerium in Paris hieß. Allein im Département Seine-Saint-Denis im Großraum Paris wurden seit Jahresbeginn 65 Verdächtige auf frischer Tat beim Raub von Goldschmuck ertappt.

Fünf Verdächtige wurden am Mittwoch in Montreuil bei Paris festgenommen. Zwei von ihnen wird ein Raubüberfall auf einen Juwelierladen mit einer Beute im Wert von 174.000 Euro vorgeworfen, einer soll der Hehler dieser Diebesbeute sowie weiterer Goldketten sein, die den Opfern derzeit immer häufiger auf offener Straße vom Hals gerissen werden. In derselben Stadt entdeckten die Ermittler den Angaben zufolge auch die Werkstatt, in der zwei Personen gerade dabei waren, Goldschmuck einzuschmelzen, um daraus neuen Schmuck zu machen.

Das Innenministerium hob in einer Erklärung am Mittwochabend hervor, dass Polizei und Gendarmerie angesichts des Anstiegs beim Raub von Goldschmuck entschlossen gegen Diebe und Hehler vorgehen. Seit mehreren Monaten ist die Zahl der Überfälle in Frankreich geradezu explodiert. Der Straßenraub betreffe häufig auch ältere Menschen, hob das Ministerium hervor.

Mitte Juli hatte ein Juwelier in Paris einen Räuber erschossen; angesichts der zunehmenden Überfälle wurden danach Schilder mit Solidaritätsbekundungen an seinem Laden angebracht. Binnen drei Jahren hat sich die Zahl von Überfällen auf Juweliergeschäften in Frankreich mehr als verdoppelt: Im Jahr 2008 wurden 158 solche Raubüberfälle gezählt, im Jahr 2011 bereits 368. Einbruchdiebstähle sind dabei noch nicht eingerechnet. Der Anstieg des Goldpreises gilt als Hauptursache. Zuletzt lag der Wert für das Gramm Gold bei rund 40 Euro.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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