Schnee-Schäden
Noch 25 000 Münsterländer ohne Strom

Die Zahl der „Stromlosen“ im Münsterland in Nordrhein-Westfalen hat sich am Dienstagmorgen mehr als halbiert: 35 000 Menschen wurden wieder an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen. Für die übrigen mag der Energieversorger RWE aber keine Prognose abgeben. Ihnen droht die fünfte Nacht ohne Licht.

HB MÜNSTER. In den frühen Morgenstunden sei es gelungen, viele Haushalte wieder an das Stromnetz anzuschließen, nachdem in der Nacht noch 60 000 Menschen ohne Strom auskommen mussten, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Münster. Am Montagabend hätten noch einmal viele Haushalte in den Gemeinden Borkhorst und Burgsteinfurt vom Netz getrennt werden müssen, nachdem ein Strommast bei Horstmar im Kreis Steinfurt eingeknickt war und sich zur Seite gedreht hatte.

In Horstmar mussten wegen des Mastschadens knapp 500 Menschen am Montagnachmittag aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen. Feuerwehrleute und Bundeswehrsoldaten konnte den Mast jedoch rechtzeitig stabilisieren und ein Umstürzen verhindern, hieß es. Dadurch konnten die Menschen noch am Abend wieder in ihre Häuser zurückkehren.

In der 20 000 Einwohner zählenden Gemeinde Ochtrup, in der seit Freitag die Stromversorgung weitestgehend zusammengebrochen war, habe sich die Lage sehr gebessert, sagte die Sprecherin. In der Innenstadt würden 80 Prozent der Haushalte über Stromaggregate des Technischen Hilfswerks versorgt. Auch die Bauerhöfe der Umgebung würden zumindest zeitweise mit Strom versorgt, was unter anderem für das Melken der Kühe besonders wichtig sei.

Wann die derzeit noch rund 25 000 Menschen wieder einen funktionierenden Stromanschluss bekämen, lasse sich noch nicht sagen, sagte die Sprecherin. In den Kreisen Coesfeld und Borken habe sich die Lage weitgehend normalisiert.

Am Montag waren heftige Vorwürfe und Schadenersatzforderungen gegen den Stromkonzern RWE laut geworden. Die Bundesnetzagentur hat RWE laut ihrem Präsidenten Matthias Kurth bereits aufgefordert, die Ursachen des Stromausfalls im Münsterland gründlich zu untersuchen und schnell aufzuklären. Der Konzern müsse Versäumnisse aufzeigen, forderte Kurth am Montagabend in den ARD-“Tagesthemen“.

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