Schneechaos: Helfer in Bayern schaufeln weiter

Schneechaos
Helfer in Bayern schaufeln weiter

Die Helfer in den ostbayrischen Krisengebieten sind auch ohne Neuschnee am Sonntag wieder bis zum späten Abend im Einsatz gewesen. Nachdem am Wochenende die Schneelast Dächer von Lagerhallen und Ställen eingedrückt hatte, gehen die Krisenstäbe von einer Entspannung der Lage aus. Der Katastrophenalarm bleibt jedoch mindestens noch bis Montag in Kraft. Ebenso halten es die Landkreise Freyung-Grafenau,Passau und Regen.

HB PASSAU/REGEN. Am Samstag und Sonntag hatten die Landkreise Schwandorf und Straubing-Bogen den Katastrophenalarm aufgehoben.In Freyung-Grafenau forderte der Krisenstab die private Hausbesitzer auf, ihre Dächer vom Schnee zu befreien, bevor am Mittwoch neuer Niederschlag einsetze.Andernfalls sei „mit massiven Beeinträchtigungen zu rechnen“. Es bestehe aber keine Gefahr mehr für Touristen. „Wer den Schnee liebt, ist bei uns im Landkreis bestens aufgehoben“, hieß es in einer Mitteilung.

Noch am Wochende hatte die Schneelast in den Krisengebieten Dächer von Lagerhallen und Ställen eingedrückt. Bei den Räumungsarbeiten auf Dächern hatte es durch Unfälle Tote und Schwerverletzte gegeben. In Thyrnau im Landkreis Passau stürzte am Samstag ein 55-Jähriger zwölf Meter tief vom Dach seiner Reithalle, als er beim Messen der Schneehöhe durch eine Luke einbrach. Er erlag am Abend in einer Klinik seinen Verletzungen. In Ruhpolding (Landkreis Traunstein) stürzte eine 62-Jährige Frau bei dem Versuch in den Tod, von ihrem Balkon aus Eiszapfen an der Dachrinne abzuschlagen.

In Bogen (Kreis Straubing-Bogen) wurde ein 44-jähriger Mann am Sonntagnachmittag tot unter Schneemassen aufgefunden. Er war laut Polizeibericht bei der Schneebeseitigung vom Dach seines Hauses gestürzt. Im besonders schlimm betroffenen Landkreis Regen waren laut Landratsamt am Sonntag immer noch rund 300 Gebäude einsturzgefährdet. Mehr als 2 800 Helfer bemühten sich, die Schneemassen von Dächern und Straßen zu entfernen. In Zwiesel stürzte am Samstagabend eine Lagerhalle ein. Ein angebautes Wohnhaus musste evakuiert werden. Zuvor war hier ein Kran, der zum Räumen eines Daches eingesetzt wurde, auf das Gebäude einer Stahlbaufirma gestürzt. In den benachbarten Landkreisen beruhigte sich die Lage dagegen spürbar. In Freyung-Grafenau beschloss der Krisenstab, den Schulunterricht am (morgigen) Montag fast überall regulär stattfinden zu lassen. Im Landkreis Deggendorf sollten laut Polizei sechs Schulen geschlossen bleiben. Nördlich von Passau wurden noch die Hallendächer eines Autozulieferbetriebes geräumt. Die Lage entspanne sich aber, betonte die Leiterin des Sicherheitsamtes, Verena Schwarz. Auch der Bahnverkehr konnte teilweise wieder aufgenommen werden.

Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte den betroffenen Gebieten finanzielle Hilfen zu. Das Kabinett werde am Dienstag darüber beraten, sagte der CSU-Chef. Gemeinsam mit Innenminister Günther Beckstein machte er sich in Deggendorf und Regen ein Bild der Lage. Die CSU-Politiker lobten die Angehörigen von Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Polizei und Hilfsorganisationen für ihren pausenlosen Einsatz. Die Ereignisse zeigten, dass in der Bevölkerung mehr Hilfsbereitschaft herrsche als allgemeine angenommen, sagte Stoiber.

Für diese Woche erwarten Meteorologen massive Wetterumstellung Der Deutsche Wetterdienst sagte für die kommenden Tage trockenes, aber kaltes Wetter voraus. Bis Dienstag bleibt es demnach in Bayern winterlich kalt. Im Laufe des Mittwochs erwarten die Meteorologen eine massive Wetterumstellung mit Wind, Regen und deutlich milderen Temperaturen. Die Schneefallgrenze steigt bei Temperaturen um fünf bis neun Grad auf bis zu 1 000 Metern. Helfer in den Katastrophengebieten befürchten, dass mit dem Regen die Schneelast steigt, weil der Schnee auf den noch nicht geräumten Dächern schwerer wird. „Die Dachlast wird zunehmen“, sagte auch DWD-Meteorologe Norbert Bonanati. Im Bayerischen Wald werde es wohl erst am Donnerstag tauen, sagte er der AP. Mit dem Tauwetter drohten zudem in vielen Mittelgebirgsregionen Überflutungen.

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