Schneechaos in Bayern: Lage im Katastrophengebiet dramatisch

Schneechaos in Bayern
Lage im Katastrophengebiet dramatisch

Keine Entwarnung in Bayern. Auch am Freitag versuchen Tausende Helfer, die von Schneemassen bedeckten Dächern in der Region zu räumen. Weiteres Unheil naht, denn der Wetterbericht verheißt nichts Gutes.

HB PASSAU. In Oberbayern kam ein Feuerwehrmann beim Schneeräumen ums Leben, in den fünf ostbayerischen Landkreisen mit Katastrophenalarm gab es Schwerverletzte. Im Landkreis Deggendorf waren am frühen Morgen noch rund 1000 Helfer von Feuerwehren, Bundeswehr, Bundespolizei im Einsatz. So räumten 400 aus Landshut entsandte Feuerwehrleute das Dach der Textilwerke Deggendorf. Andere arbeiteten gegen mannshohe Schneemassen auf dem Dach eines Klinikums in Schaufling. Die Zahl der Einsatzkräfte in den betroffenen Landkreisen wurde auf über 5 000 aufgestockt. Unterdessen wurde mit der Einrichtung von Notunterkünften begonnen.

Im Landkreis Freyung-Grafenau lag der Schnee noch 1,5 Meter und höher auf Gebäuden. Es werde zusätzliche Einsatzorte für die Helfer geben, sagte ein Sprecher mit Blick auf den beständigen Schneefall. Nachdem die Meteorologen bis zum Wochenende ergiebige neue Schneefälle angekündigt haben, befürchten die Krisenstäbe in den Landratsämtern, dass weitere Gebäude unter der Dachlast zusammenbrechen könnten.

Auch in Oberbayern bereiten überlastete Dächer zunehmend Probleme. In Traunstein stürzte ein 27 Jahre alter Feuerwehrmann auf dem Dach einer Gewerbehalle im Ortsteil Kotzing durch ein Dachfenster aus Plexiglas. Er fiel 15 Meter in die Tiefe und prallte auf den Betonboden. Der Mann war sofort tot.

Auch im ostbayerischen Krisengebiet wurden Helfer bei ihren Einsätzen verletzt. Die Behörden und das Rote Kreuz berichteten von mindestens dreizehn Verletzten. In Schöllnach (Landkreis Deggendorf) stürzte am Donnerstagabend eine 19 Jahre alte Soldatin der Bundeswehr durch das Dachfenster einer Schule in die Tiefe. Im Winklarn (Landkreis Schwandorf) brach ein 25 Jahre alter Feuerwehrmann in das Dach eines Gewerbebetriebes ein.

Wegen der dramatischen Verhältnisse war im oberpfälzischen Landkreis Schwandorf der Katastrophenalarm neu ausgelöst, in den niederbayerischen Kreisen Regen, Deggendorf, Passau und Freyung- Grafenau wurden der Katastrophenalarm aufrechterhalten. Mehr als 3 000 Kräfte von Feuerwehren, Bundeswehr, der Landes- und Bundespolizei, dem Technischen Hilfswerk und dem Roten Kreuz waren im Einsatz. Am Freitag wurden weitere Helfer zum Schneeräumen in Ostbayern erwartet. Für tausende Schüler gilt unterdessen: schneefrei.

Der Deutsche Wetterdienst warnte unterdessen weiter vor starkem Schneefall in Teilen des mitteldeutschen Berglandes sowie in Bayern.

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