Schneller als Berlin
Potsdamer Stadtschloss kurz vor Fertigstellung

Während in Berlin noch diskutiert wurde, wuchsen in Brandenburg schon die Mauern empor: In Potsdam ist das neu errichtete Stadtschloss fast bezugsfertig. Die Abgeordneten können schon die Kisten packen.
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PotsdamAls hätte es immer an diesem Platz gestanden: Das Stadtschloss der Preußenkönige am Potsdamer Alten Markt zeigt sich im neuen alten Glanz. Im November ist Schlüsselübergabe für den neuen Sitz des brandenburgischen Landtages, im Januar wird offiziell Eröffnung gefeiert. Die Grundsteinlegung liegt dann gerade mal zwei Jahre zurück. Das funkelnagelneue Kupferdach in historischer Form hat wahrscheinlich bis dahin noch kein bisschen Patina angesetzt.

Gut eine halbe Autostunde entfernt entsteht auch in der Bundeshauptstadt ein Preußenschloss neu. Die Planungen starteten in beiden Städten fast gleichzeitig um die Jahrtausendwende. Kritiker lehnten das Berliner Vorhaben angesichts anderer Probleme der Stadt als zu teuer ab. Befürworter hoffen auf den alten Glanz für die Straße Unter den Linden.

Im Juni wurde der Grundstein für den Wiederaufbau gelegt. Der Bundestag hatte 2002 für das Projekt gestimmt. Unter dem Namen Humboldtforum sollen dort ab 2019 Schätze aus den Berliner Museen gezeigt werden. Die Baukosten werden auf 590 Millionen Euro veranschlagt, von denen der Bund 478 Millionen Euro trägt.

Im Vergleich dazu nimmt sich die Bausumme in Potsdam mit 120 Millionen Euro fast bescheiden aus. Doch auch hier gab es hitzige Diskussionen. Die einen befürchteten eine lächerliche Disney-Kulisse, Verfechter einer möglichst hundertprozentigen Detailtreue wiederum ließen kaum mit sich reden. Den ursprünglichen Barockbau hatte Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) im Auftrag von Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786) geschaffen.

Wie in Berlin wurde das Potsdamer Schloss im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und später durch den DDR-Staat abgerissen. In Berlin ließ die DDR-Führung auf dem Abrissgelände den „Palast der Republik“ bauen, der nach der Wiedervereinigung aber weichen musste. In Potsdam blieb das Schlossareal am Alten Markt eine offene Wunde, verstärkt durch DDR-Plattenbauten in unmittelbarer Sichtnähe. Am markantesten ist der wie ein Zeigefinger in den Himmel gereckte Bau eines Hotel-Hochhauses, der für viele das Bild städtischer Harmonie stört.

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Großes Thema war das Dach

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  • Die Damen und Herren Demokraten nehmen Platz im Schloß...

    Fein aber auch...

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