Schöffin mit Ersatzschöffin vertauscht
Peggy-Prozess geplatzt

Wegen eines Justizfehlers muss der Mordprozess im Fall Peggy neu aufgerollt werden. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Hof, Georg Hornig, teilte am Dienstag mit, bei der Besetzung der Richterbank sei ein Fehler unterlaufen.

HB HOF/SAALE. Eine Ergänzungsschöffin war versehentlich auf den Posten der Hauptschöffin gesetzt worden. Ersatzschöffen werden vor Gericht in der Regel berufen, um bei einem Ausscheiden oder Erkranken der aktiv am Prozess mitwirkenden Schöffen deren Aufgabe zu übernehmen. Die eigentliche Schöffin hatte nach Gerichtsangaben aber den ganzen Prozess von der Zuschauerbank verfolgt, während ihr Ersatz die Rolle der tatsächlichen Schöffin übernommen hatte. Die fehlerhafte Besetzung war in der Vorwoche von einer Protokollführerin bemerkt worden.

Die Verhandlung gegen den angeklagten Gastwirtssohn solle aber in Kürze neu beginnen. Als Termin schlug Richter Hornig den 11. November vor. Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, Peggy erstickt zu haben, um einen sexuellen Missbrauch zu vertuschen. Die Leiche des Mädchens wurde bisher nicht gefunden.

Die Verteidiger des Angeklagten begrüßten den Beschluss. Das Vertauschen der Schöffen wäre ein klassischer Revisionsgrund gewesen, erklärten sie. Ein Urteil wäre in jedem Falle unhaltbar gewesen. Peggys Mutter, Susanne Knobloch, nahm die Entscheidung des Gerichts nach Angaben ihrer Anwältin gelassen auf. Das stehe sie auch noch durch, habe Knobloch gesagt.

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