Schöpfer von „Jurassic Park“
Bestseller-Autor Michael Crichton ist tot

Der amerikanische Autor Michael Crichton, der Bestseller wie "Jurassic Park", "Enthüllung" und "Die Wiege der Sonne" schrieb, ist gestorben. Crichton erlag mit 66 Jahren in Los Angeles einem Krebsleiden.

HB NEW YORK. Der amerikanische Schriftsteller, Regisseur und Produzent Michael Crichton ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Seine Familie erklärte am Mittwoch in New York, der Erfolgsautor von Werken wie „Jurassic Park“ sei am Dienstag in Los Angeles einem Krebsleiden erlegen. Crichton zählte neben John Grisham und Stephen King zu den erfolgreichsten US-Autoren. Weltweit wurden seine Bücher seit den 60er Jahren rund 100 Mio. Mal verkauft und in 30 Sprachen übersetzt. Zwölf wurden verfilmt.

Mit seinen Büchern habe Crichton Menschen aller Altergruppen inspiriert, Wissenschaftler immer wieder herausgefordert und Licht auf die Geheimnisse einer Welt geworfen, die wir nicht immer verstehen, erklärte die Familie. Mit seinen Romanen forderte Crichton häufig den Widerspruch der wissenschaftlichen Welt heraus, wurde aber auch für seine detaillierte Wissenschaftsrecherche gelobt.

Crichton war zwar schon als Schüler vom Schreiben fasziniert, studierte aber zunächst Anthropologie und später Medizin an der renommierten Universität Harvard. Er arbeitete allerdings nur ein Jahr lang als Assistenzarzt, bevor er das Schreiben 1970 zu seinem Beruf machte. Erste Erfolge als Schriftsteller verzeichnete er schon in den 60er Jahren, als er sich mit Erzählungen das Studium finanzierte.

Einem breiteren Publikum bekannt wurde Crichton 1969 mit dem Science-Fiction-Rom „Andromeda“, der die Abwehr einer biologischen Katastrophe durch wenige ausgesuchte Wissenschaftler beschrieb. Das Buch wurde 1971 verfilmt und öffnete dem Autor die Türen zur Hollywood-Traumfabrik. Seitdem stand Crichtons Name für eine unterhaltende und populär aufklärerische Mischung aus Fakten und Fiktion. Weitere Romane wie „Endstation“ und „Der große Eisenbahnraub“ folgten. Regie führte Crichton erstmals 1973 bei „Westworld“, einem Roboter-Thriller nach seinem eigenen Buch, der zu einem internationalen Erfolg wurde.

Mit „Jurassic Park“ erreichte Crichton 1990 schließlich Weltruhm. Steven Spielberg verfilmte diese Geschichte über Möglichkeiten und Grenzen der Gentechnologie, die Crichton schon 1983 verfasst hatte. Die geklonten Saurier kamen begleitet von einer gewaltigen Werbekampagne in die Kinos. Das Leinwandspektakel spielte über 850 Mio. Dollar ein und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Mit „The Lost World“ erschien 1995 erneut in Zusammenarbeit mit Spielberg die Fortsetzung.

Auch im Fernsehen erwies sich das Team Crichton/Spielberg als äußerst erfolgreich. Gemeinsam schufen sie die Arztserie „Emergency Room“, die ab 1994 15 Jahre lang hohe Einschaltquoten garantierte.

Ende 2004 löste Crichton mit seinem Roman „Welt in Angst“ eine heftige Kontroverse aus. In dem Ökothriller wird behauptet, die Theorie vom Klimawandel sei reine Panikmache und wissenschaftlich nicht zu belegen. Der Autor musste sich daraufhin gegen Umweltverbände und Wissenschaftler wehren, die im vorwarfen, Verschwörungstheorien zu verbreiten und dabei aktuelle Erkenntnisse zu ignorieren.

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