Aus aller Welt
Schon 214 Marburg-Opfer in Angola

Das tödliche Marburg-Fieber in Angola greift weiter um sich. Bei dem jüngsten Ausbruch sind seit Oktober bereits mindestens 214 Menschen erkrankt und 194 davon gestorben.

dpa JOHANNESBURG/GENF. Das tödliche Marburg-Fieber in Angola greift weiter um sich. Bei dem jüngsten Ausbruch sind seit Oktober bereits mindestens 214 Menschen erkrankt und 194 davon gestorben.

90 Prozent der Fälle seien in der nordangolanischen Provinz Uige registriert worden, sagte am Dienstag eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Berichte des südafrikanischen Rundfunks und des britischen Senders BBC über bereits 203 Tote konnte sie nicht bestätigen.

Der Verdacht, dass auch in Namibia und Südafrika erste Opfer des Virus zu beklagen sein könnten, wurde inzwischen aufgehoben: Blutproben der an ähnlichen Symptomen gestorbenen Patienten ergaben bei der Untersuchung in den USA, dass sie nicht mit dem Virus infiziert waren. „Die Proben kamen negativ zurück“, erklärte in Südafrika ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums. Bei zwei Verdachtsfällen in Namibia stellte sich nach Angaben eines Regierungsvertreters heraus, dass sie an Malaria gestorben waren.

In Angola gibt es derweil nach WHO-Angaben erste Erfolge im Kampf gegen den Fieber-Ausbruch. So meldeten immer mehr Einwohner den Gesundheitsbehörden verdächtige Symptome und mögliche Marburg-Tote, sagte die WHO-Sprecherin in Genf. Helfer vor Ort berichteten südafrikanischen Journalisten dagegen, dass das Misstrauen der Bevölkerung weiter groß sei. Kommunikationsexperten seien daher nun vor Ort, um die Aufklärungsarbeit zu intensivieren und die verängstigte und verunsicherte Bevölkerung zu beruhigen.

Gegen das Fieber, das 1967 unter anderem in Marburg nach der Übertragung durch Affen ausbrach, gibt es weder eine Impfung noch Medikamente. Die Viren werden über Körperflüssigkeiten übertragen. Am vergangenen Freitag hatte die WHO noch 200 Erkrankte gemeldet, davon 173 Todesfälle. Die zuvor größte registrierte Erkrankungswelle gab es in der Demokratischen Republik Kongo. Von 1998 bis 2000 starben dort 123 Menschen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%