Schon drei Mal zugeschlagen
Banause zertrümmert Kunstwerke in Venedig

In Venedig geht ein Unbekannter um und beschädigt mit einem Hammer Heiligenstatuen am Dogenpalast und anderen Gebäuden. Der Mann soll offenbar geistesgestört sein.

HB VENEDIG. Der vermutlich Geistesgestörte verfährt bei seinen nächtlichen Streifzügen stets nach gleichem Muster: Er zertrümmere vor allem die Hände der Heiligen, die Säulen oder andere Gebäudeteile schmücken. „Es handelt sich um einen Wahnsinnigen“, sagte Giorgio Rissini, der Superintendent der Lagunenstadt am Dienstag. „Getroffen sind Symbole des Christentums“.

Bislang habe der Täter drei Mal zugeschlagen: Bereits am Montag wurden schwere Schäden an Säulen des Dogenpalastes - dem einstigen Machtzentrum der Stadtrepublik am Markusplatz - und an der Kirche „Santissimo Redentore“ entdeckt. Am Dienstag fanden Kunstexperten weitere Schäden an einer Petrus-Figur an einer Säule hinter dem Glockenturm am Markusplatz.

Die Behörden sind sich sicher, dass es sich um ein Einzeltäter handelt. Touristen berichten, vor Tagen einen etwa 30 Jahre alten Mann in flagranti ertappt zu haben. Der Dogenpalast, von dem aus fast 1 000 Jahre die Geschicke der Seerepublik gelenkt wurden, gilt als Symbol venezianischer Zivilisation. Die Kirche „Santissimo Redentore“ aus dem 16. Jahrhundert ist ein Meisterwerke von Andrea Palladio (1508-1580). Von dem Täter fehlt bislang jede Spur.

Bürgermeister Paolo Costa meinte, die Stadt könne sich gegen Kunstvandalen schlechter schützen als vor Bombenanschläge von Terroristen. Etwa 15 Millionen Besucher schlenderten jedes Jahr über den Markusplatz. „Für uns ist das größte Problem nicht eine Bombe, sondern die Handlung eines Geistesgestörten.“

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