Schon zu Lebzeiten eine Legende
Star des Buena Vista Social Club gestorben

Der legendäre kubanische Musiker Compay Segundo ist tot. Der mit dem Film „Buena Vista Social Club“ weltberühmt gewordene Künstler starb am Sonntagabend (Ortszeit) im Alter von 95 Jahren nach einem längeren Nierenleiden in Havanna, wie seine Plattenfirma am Montag in Madrid mitteilte.

HB/dpa MEXIKO-STADT/MADRID. Noch am Samstag hatte seine elfköpfige Band ihn mit einem Konzert in der kubanischen Hauptstadt gewürdigt. „Wenn er nicht wieder gesund wird, möchten wir, dass er sich zurückzieht. Er ist schon sehr lange dabei“, sagte einer der Söhne des Sängers und Gitarristen.

In einem Alter, in dem andere längst im Ruhestand sind, fing für Compay die Karriere erst richtig an. Die zusammen mit anderen kubanischen Musikern wie Ibrahim Ferrer und Rubén González aufgenommene CD „Buena Vista Social Club“, produziert von Ry Cooder, und der dazugehörige Film von Wim Wenders machten ihn auf seine alten Tage zum Star. Im Alter von über 90 Jahren ging er noch auf Tournee.

Mit bürgerlichem Namen hieß Compay eigentlich Francisco Repilado und wurde am 18. November 1907 in Siboney nahe der ostkubanischen Stadt Santiago de Cuba geboren. Seine Musikerlaufbahn begann er in der städtischen Kapelle von Santiago, in der er Gitarre und Klarinette spielte. 1942 gründete er zusammen mit Lorenzo Hierrezuelo das Duo „Los Compadres“ (Die Kameraden). Weil er im Duo der zweite war, blieb an ihm schließlich „Compay Segundo“ als Spitzname hängen.

Außer als Interpret des Son, der klassischen kubanischen Tanzmusik, verdiente Compay über viele Jahre seinen Lebensunterhalt als Landarbeiter und als Zigarrendreher in der Havanna-Fabrik H.Upmann. 1974 wurde er pensioniert. Als Cooder ihn für das Buena- Vista-Projekt mobilisierte, hatte er schon seit 15 Jahren keine Platte mehr aufgenommen und war in Kuba schon etwas in Vergessenheit geraten. Seit Buena Vista gewann er Mill. von Fans. Als prominenteste Anhänger nannte er einmal Kubas Präsident Fidel Castro und Papst Johannes Paul II.

Zu seinen Markenzeichen zählten neben der selbst konzipierten siebensaitigen Gitarre („Armonica“) auch die Zigarre und seine Hüte, die bei internationalen Havanna-Festivals für fünfstellige Dollar- Beträge versteigert wurden. Bis ins hohe Alter von scheinbar ungebrochener Vitalität versicherte Compay, der zuletzt mit einer 50 Jahre jüngeren Frau verheiratet war, in Interviews bisweilen, er wolle seinen fünf Kindern noch ein sechstes hinzufügen.

Tabak und Rum genoss der Musiker bis ans Ende seiner Tage, „aber in Maßen“, wie er versicherte: „Hätte ich immer viel Rum getrunken, wäre ich nicht geworden, was ich bin.

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