Schüler dreht durch: Zwei Tote bei Geiselnahme an Moskauer Schule

Schüler dreht durch
Zwei Tote bei Geiselnahme an Moskauer Schule

Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi hat ein bewaffneter Schüler an einer Moskauer Schule einen Polizisten und einen Lehrer erschossen. Zudem nahm er mehr als 20 Jugendliche als Geiseln.
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MoskauInmitten verschärfter Sicherheitsmaßnahmen für die Olympischen Winterspiele sind bei einem Geiseldrama in einer Moskauer Schule ein Polizist und ein Lehrer getötet worden. Nach Behördenangaben drang ein bewaffneter Schüler am Montag in seine Schule am Stadtrand von Moskau ein, erschoss einen Polizisten und einen Lehrer und nahm mehr als 20 Jugendliche als Geiseln. Nach einer halben Stunde konnte er überwältigt werden.

Laut einem Sprecher des russischen Innenministeriums drang der mit zwei Gewehren bewaffnete Schüler gegen Mittag in seine am nördlichen Stadtrand von Moskau gelegenen Schule Nummer 263 ein. Er zwang einen Wachmann, ihn bis zu einer Klasse zu begleiten, dann verbarrikadierte er sich mitsamt dem Lehrer und mehr als 20 Schülern im Alter von etwa 15 Jahren in dem Raum. Als ein Polizei-Großaufgebot vor der Schule eintraf, eröffnete er das Feuer. Ein Erdkundelehrer und ein Polizist wurden getötet, ein weitere Polizist musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Schütze wurde schließlich überwältigt und festgenommen. Weder sein Name noch sein Motiv wurden offiziell bekannt; während der Geiselnahme soll er keine Forderungen gestellt haben. Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Sicherheitsvertreter berichtete, wollte sich der Schüler an einem Erdkundelehrer „rächen“.

Nach Angaben der Ermittler handelt es sich bei dem Täter um einen „exzellenten Schüler“ aus einer der oberen Klassen - russische Schulen gehen normalerweise von der ersten bis zur elften Klasse. Der Junge sollte von Psychologen untersucht werden. Die beiden Waffen des Jugendlichen sind nach Polizeiangaben auf den Namen seines Vaters registriert. Dieser soll auch an der Seite der Sicherheitskräfte mit seinem Sohn verhandelt haben.

Nach dem Ende des Geiseldramas wurde die gesamte Schule evakuiert und abgesperrt. Kein Schüler sei zu Schaden gekommen, sagte eine Behördensprecherin. Die Kinder würden psychologisch betreut. Das Untersuchungskomitee leitete Ermittlungen wegen Mordes, versuchten Mordes und Geiselnahme ein. Innenminister Wladimir Kolokolzew besuchte den Tatort.

Als erste Reaktion auf das Drama ordnete Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen in allen Schulen an. Bereits vor Tagen hatten die Behörden im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi auch in Moskau die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Nach einem Bericht der Zeitung „Iswetija“ wurden unter anderem Mitarbeiter von Kindergärten und Schulen Ende Januar angewiesen, alle verdächtigen Menschen oder Beobachtungen der Polizei zu melden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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