Schütze nahm sich das Leben
Neun Tote bei Amoklauf in den USA

Ein unter Depressionen leidender junger Mann hat in einem Einkaufszentrum im US-Staat Nebraska acht Menschen erschossen und sich danach das Leben gekommen. In seinem Abschiedsbrief schrieb der 19-jährige Robert Hawkins: „Jetzt werde ich berühmt sein.“

HB OMAHA. Der Schütze habe wahllos auf Kunden geschossen, die ihre Einkäufe für das Weihnachtsfest erledigen wollten, teilte die Polizei in Omaha im Bundesstaat Nebraska mit. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, zwei von ihnen schwer.

In dem noblen Einkaufszentrum „Westroads Mall“ brach Augenzeugen zufolge Panik aus: Angestellte und Kunden nahmen hinter Kleiderregalen Deckung oder versteckten sich in Hinterräumen. „Es war Horror, einfach Horror“, sagte eine Kundin im Fernsehen. „Wir fragen uns alle: Warum? Und warum hier?“ Augenzeugen berichteten, der Täter habe einem Mann von einer Balustrade im dritten Stock aus in den Kopf geschossen, weitere Opfer seien aus geringer Entfernung getroffen worden. Die meisten Toten wurden in einem Geschäft in der Nähe der Abteilung für Kinderkleidung gefunden. Der Polizeichef von Omaha, Thomas Warren, sprach von fünf weiblichen und fünf männlichen Opfern. Ob Kinder getötet wurden, blieb unklar.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Täter um den 19-jährigen Robert Hawkins aus der Umgebung. Die Vermieterin des Täters sagte dem Nachrichtensender CNN, sie habe das Testament und einen Abschiedsbrief von Hawkins gefunden, in dem dieser geschrieben habe: „Ich werde jetzt berühmt sein.“

Weiter erklärte er darin, er werde jetzt niemandem mehr zur Last fallen. Er schrieb, dass er seine Mutter, seinen Vater und seine anderen Familienmitglieder liebe. Es tue ihm alles sehr leid. Oben auf seinem Brief sei sein „Testament“ gewesen, sagte eine Bekannte. Seinen grünen Jeep Cherokee bekomme seine Mutter, „meine Freunde können haben, was sie wollen“.

Präsident George W. Bush, der noch am Morgen eine Rede in Omaha gehalten hatte, sprach den Überlebenden und Angehörigen sein Beileid aus. Er hatte die Stadt Stunden vor dem Vorfall verlassen.

Der lokale Fernsehsender KETV berichtete, Hawkins habe an Depressionen gelitten und sei mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Auch in der Schule habe es Probleme gegeben, einen Job bei der Fast-Food-Kette McDonald's habe der 19-Jährige erst kürzlich verloren. „Er hatte ein schweres Leben“, sagte einer seiner Freunde. Nach Angaben der Polizei hatte Hawkins zuletzt mit Freunden zusammengewohnt.

In den USA kommt es wegen der weiten Verbreitung von Schusswaffen immer wieder zu Amokläufen. Vor acht Monaten erschoss ein Student an der Virginia Tech University 32 Menschen und tötete sich anschließend ebenfalls selbst. Es war das schwerste Massaker in der jüngeren US-Geschichte.

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