Schulleiter unter Schock
Hafturlauber entführte deutschen Lehrer in Thessaloniki

Die Entführung des Direktors der Deutschen Schule in Thessaloniki ist am Dienstagabend ohne großen Schaden zu Ende gegangen.

HB THESSALONIKI. Der Entführer, ein 52-jähriger Grieche auf Hafturlaub, ließ den Direktor (55) nach rund sieben Stunden in einem Vorort der griechischen Hafenstadt frei, wie das griechische Fernsehen berichtete.

Am Abend kehrte der Täter ins Gefängnis der mittelgriechischen Stadt Volos zurück und ergab sich, wie das griechische Fernsehen weiter berichtete. Die Behörden gingen davon aus, dass der Mann psychisch gestört ist. Er sollte von Psychologen untersucht werden.

Nach seiner Freilassung meldete sich der 55-jährige Schulleiter in einem Vorort-Café. Dessen Inhaber berichtete im griechischen Fernsehen: „Ein sichtlich verstörter Mann kam herein und sagte mir in gebrochenem Griechisch: Ich bin der Schulleiter der deutschen Schule. Dann rief er seine Familie und ich die Polizei an.“ Der Schulleiter stand unter Schock. Zum Zeitpunkt der Entführung seien rund 550 Schüler in der Schule gewesen, hieß es in Medienberichten. Auch von den Kindern hätten einige einen Schock erlitten.

Der 52-jährige Täter hat eine mehrjährige Gefängnisstrafe abzusitzen. Er hat hohe Schulden aus einer früheren Zeit als Unternehmer und soll schon früher versucht haben, einen Schuldenerlass mit Waffengewalt zu erzwingen.

Der Mann war am Dienstag in die Schule gekommen und hatte behauptet, er wolle alte Schulden seiner Kinder begleichen. Dann zwang der mit einer Maschinenpistole bewaffnete Grieche den Direktor und einen Verwaltungsangestellten, in ein Auto einzusteigen und mit ihm wegzufahren. Nach kurzer Zeit ließ er den Angestellten frei und forderte dann angeblich fünf Millionen Euro für die Freilassung des Direktors. „Er ist ein schwieriger Mensch. Du kannst ihn nie richtig einschätzen“, sagte ein Verwandter des Täters im griechischen Rundfunk.

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